Apple verklagt OpenAI: Diebstahl von KI-Geheimnissen vorgeworfen
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 02:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Im Zentrum steht die Übernahme eines von Apple-Veteranen gegründeten Start-ups.
Am 10. Juli 2026 reichte Apple Klage gegen OpenAI und mehrere frühere Mitarbeiter ein. Der Vorwurf: Die illegale Aneignung von Geschäftsgeheimnissen rund um KI-Funktionen in Verbrauchergeräten. Besonders brisant: OpenAI hatte 2025 das Startup io Products übernommen – gegründet von ehemaligen Apple-Führungskräften.
Die Klage nennt namentlich Tang Tan, OpenAIs Chef für Hardware-Entwicklung, und Chang Liu. Insgesamt sollen mehr als 400 frühere Apple-Mitarbeiter zu OpenAI gewechselt sein. Apple fordert Schadenersatz und eine einstweilige Verfügung. OpenAI wies die Vorwürfe umgehend zurück.
iOS 27: KI tief im System verankert
Der Rechtsstreit fällt zeitlich mit dem Start von iOS 27 zusammen, das Apple am 9. Juni auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) vorstellte. Das Betriebssystem setzt auf einen systemweit integrierten KI-Begleiter – kein separates Tool, sondern eine tief in die Software eingebettete Assistentin.
Die neue Siri beherrscht mehrteilige Dialoge, versteht Bildschirminhalte und greift auf Daten aus Drittanbieter-Apps zu. Die dritte Beta von iOS 27, Anfang Juli veröffentlicht, bringt Sprachverfeinerungen: Nutzer können Tempo und Ausdruckskraft der Stimme anpassen. Diese Funktionen bleiben allerdings den Top-Modellen vorbehalten – dem iPhone 17 Pro, dem Pro Max und dem iPhone Air mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher.
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Interessant: Für bestimmte KI-Funktionen nutzt Apple Google Gemini als Basismodell. Parallel entwickelt der Konzern ein eigenes Core AI Framework für Drittanbieter-Entwickler. Öffentliche Betas für macOS 27 (intern „Golden Gate" genannt) und watchOS sollen Mitte Juli erscheinen, der finale Release ist für September geplant.
KI auf dem Chip: Apples Hardware-Offensive
Um große KI-Modelle direkt auf dem Smartphone laufen zu lassen, tüftelt Apple an neuen Technologien. Gespräche mit PrismML über Kompressionsverfahren laufen dem Vernehmen nach. Das Ziel: Ein Modell mit 27 Milliarden Parametern soll auf dem iPhone 17 Pro laufen – und dabei weniger als 4 Gigabyte Speicher belegen. Möglich machen das 1-Bit- oder ternäre Gewichtungen, die den Speicherverbrauch um das 14-Fache senken und die Energieeffizienz deutlich verbessern sollen.
Die Hardware-Strategie hat auch eine politische Dimension. Apple setzt sich bei der US-Regierung für die Genehmigung ein, DRAM-Chips vom chinesischen Hersteller CXMT zu beziehen. Gleichzeitig hält der Konzern an einem Fertigungsdeal mit Broadcom für die Produktion in den USA fest.
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Rekordumsatz und Milliardenschwere Bewertung
Die KI-Offensive zahlt sich aus. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Apple einen Gesamtumsatz von rund 111 Milliarden Euro – ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Dienstleistungssparte boomte mit Rekordeinnahmen von knapp 31 Milliarden Euro.
Analysten von Morgan Stanley und Evercore haben ihre Kursziele für die Apple-Aktie auf umgerechnet 330 bis 335 Euro angehoben. Mit einer Marktkapitalisierung zwischen 4,5 und 4,6 Billionen Dollar ist Apple das zweitwertvollste Unternehmen der Welt – hinter Nvidia, aber vor Alphabet. Branchenexperten schätzen, dass eine erfolgreiche KI-Integration den Aktienkurs um 70 bis 90 Euro pro Anteil steigern könnte. Das Potenzial: 2,5 Milliarden aktive Apple-Geräte warten auf neue KI-Dienste.
Neue Regeln für Entwickler
Parallel zu den technischen Neuerungen hat Apple seine Entwicklerrichtlinien angepasst. Am 9. Juli 2026 wurde der Alterseinstufungs-Fragebogen um spezifische Fragen zu sozialen Medien ergänzt – gedacht für die Bildschirmzeit-Funktionen in iOS 27.
Weitere Änderungen: Ein aktualisierter Entwicklervertrag für Brasilien (18. Juni) und neue Altersverifikationspflichten für Texas (4. Juni). Und Apple baut seine Präsenz für Entwickler aus: Anfang Juni eröffnete der Konzern ein Apple Developer Center in Berlin.
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