Apple verklagt OpenAI: Diebstahl von Hardware-Geheimnissen
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 15:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der iPhone-Konzern wirft dem KI-Unternehmen vor, mit Hilfe abgeworbener Mitarbeiter vertrauliche Hardware-Entwicklungen gestohlen zu haben.
Apple hat am Freitag vor dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien Klage gegen OpenAI und zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter eingereicht. Der Vorwurf: ein systematischer Versuch, Geschäftsgeheimnisse zu stehlen, um die Hardware-Entwicklung des KI-Unternehmens voranzutreiben. Die Klage nennt OpenAIs Hardware-Chef Tang Yew Tan und den früheren Apple-Ingenieur Chang Liu als Angeklagte, ebenso wie OpenAI selbst und die Tochtergesellschaften OpenAI Foundation und io Products.
Schwere Vorwürfe gegen ehemalige Apple-Ingenieure
Die in San Jose eingereichte Beschwerde schildert mehrere mutmaßliche Vergehen der Einzelpersonen vor und nach ihrem Wechsel zu OpenAI. So soll Chang Liu seinen Firmenlaptop behalten und einen Authentifizierungsfehler ausgenutzt haben, um sich unbefugten Zugang zum Apple-Netzwerk und zur Cloud-Speicherung zu verschaffen. Im Netzwerk habe Liu dutzende vertrauliche Hardware-Dateien heruntergeladen und einen früheren Kollegen angewiesen, weitere Dokumente zu kopieren.
Tang Yew Tan, heute OpenAIs Hardware-Chef, soll ebenfalls interne Informationen abgeschöpft haben. Apple wirft ihm vor, vor seinem Ausscheiden Lieferantendaten und Branchenzusammenfassungen an seine private E-Mail-Adresse geschickt zu haben. Darüber hinaus habe Tan interne Apple-Codenamen genutzt, um von Bewerbern Informationen zu erfragen, und potenzielle Mitarbeiter angewiesen, vertrauliche Komponenten und Prototypen zu ihren Vorstellungsgesprächen bei OpenAI mitzubringen.
Systematische Abwerbung und strategischer Hardware-Vorstoß
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Apple argumentiert, dass OpenAI eine Kultur fördere, die den Diebstahl von Hardware-Geheimnissen begünstige. Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter seien inzwischen zu dem KI-Unternehmen gewechselt. Die Klage behauptet zudem, OpenAI habe mit irreführenden Taktiken versucht, an geschützte Metallveredelungstechnologien von Apples Partnern zu gelangen und dieses Wissen in eigene Projekte integriert.
Der Rechtsstreit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem OpenAI aggressiv in den Consumer-Hardware-Markt expandiert. Erst 2025 übernahm das Unternehmen die Firma io Products für umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro. OpenAIs Finanzchef deutete kürzlich an, dass das Unternehmen noch im Laufe dieses Jahres eine eigene Consumer-Hardware auf den Markt bringen wolle. Apple hatte OpenAI bereits im Februar 2026 auf die Vorwürfe angesprochen – ohne Antwort zu erhalten.
Klage und mögliche Folgen
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Apple beantragt eine einstweilige Verfügung sowie eine dauerhafte Unterlassungsverfügung, um OpenAI die Nutzung der streitigen Geschäftsgeheimnisse zu untersagen. Zudem fordert der Konzern eine noch nicht bezifferte finanzielle Entschädigung. Rechtsexperten zufolge könnte der Prozess künftige Meilensteine für OpenAI erschweren – darunter einen möglichen Börsengang.
OpenAI hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Unternehmen erklärte, man habe kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Organisationen und setze auf eigene, unabhängige Entwicklungsprozesse. Der Fall ist vor dem Bundesgericht in Kalifornien anhängig.
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