Apple, OpenAI

Apple verklagt OpenAI: Diebstahl von Hardware-Designs und Talenten

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 22:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple reicht Klage gegen OpenAI ein und wirft dem KI-Unternehmen systematischen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor.

Apple verklagt OpenAI: Abwerbung und Geheimnisdiebstahl im Fokus
Ein Hammer liegt auf juristischen Dokumenten, mit dezenten Spiegelungen der Apple- und OpenAI-Logos, die einen Technologieprozess symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der iPhone-Konzern wirft dem KI-Unternehmen vor, hunderte Mitarbeiter abgeworben und vertrauliche Hardware-Entwürfe gestohlen zu haben.

Apple hat am 10. Juli 2026 vor einem Bundesgericht in San Francisco Klage gegen OpenAI eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Systematischer Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und vertraulichen Hardware-Designs. Im Zentrum stehen zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter, die nun in Schlüsselpositionen bei OpenAI arbeiten.

Die Angeklagten und der Vorwurf der systematischen Abwerbung

Die Klage nennt Tang Tan und Chang Liu als Hauptverantwortliche. Tan arbeitete 24 Jahre bei Apple und ist heute Chief Hardware Officer bei OpenAI. Liu war acht Jahre für Apple tätig. Apple wirft Tan vor, eine regelrechte „Abwerbe-Maschinerie" betrieben zu haben. Er soll ehemalige Kollegen gedrängt haben, vertrauliche Informationen weiterzugeben – und dabei angeblich sogar interne Apple-Codenamen verwendet haben.

Chang Liu wiederum soll nach seinem Ausscheiden einen Apple-Laptop behalten und darauf geheime Spezifikationen gesichert haben. Insgesamt, so der Vorwurf, habe OpenAI mehr als 400 frühere Apple-Mitarbeiter abgeworben. In einer jüngsten Eskalation verschickte Apple rechtliche Aufforderungen an rund 40 ehemalige Angestellte, die jetzt bei OpenAI arbeiten – mit der Anweisung, sämtliche relevanten Dokumente für die Ermittlungen aufzubewahren.

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OpenAI weist alle Vorwürfe zurück. Der Rechtsstreit kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Das KI-Unternehmen bereitet einen möglichen Börsengang vor und arbeitet an neuer Hardware, darunter einem bildschirmlosen Smart-Lautsprecher, der eine emotionale Bindung zu den Nutzern aufbauen soll.

Warum Jony Ive nicht angeklagt wird

Eine prominente Figur fehlt in der Klage: Jony Ive, der legendäre Apple-Designchef. Er arbeitet heute ebenfalls für OpenAI – doch Apple ließ ihn bewusst aus der Klage heraus. Branchenbeobachter sehen mehrere Gründe.

Ives Rolle bei OpenAI konzentriere sich vor allem auf Produktdesign, nicht auf die operative Personalarbeit von Tang Tan. Zudem pflegt Ive enge persönliche und berufliche Beziehungen zur Apple-Führungsspitze und zum Erbe von Steve Jobs. Besonders seine Nähe zu Laurene Powell Jobs soll Apple dazu bewogen haben, den ehemaligen Designchef nicht zu verklagen – um einen Imageschaden zu vermeiden.

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Ive verließ Apple 2019, arbeitete aber bis 2022 als Berater weiter. Im Mai 2025 übernahm OpenAI sein Startup „io" für geschätzte 6,4 bis 6,5 Milliarden Euro – ein Deal, der Ives Rolle bei der Hardware-Entwicklung von OpenAI endgültig zementierte.

Wettbewerb um die besten Köpfe

Die Klage wird von Branchenkennern als aggressiver Versuch gewertet, Talente zu halten. Der Wettbewerb im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist erbittert, und Apple verfolgt damit eine Strategie, die schon unter Steve Jobs erfolgreich war: juristische Härte gegen abwerbende Konkurrenten.

Während der Rechtsstreit läuft, baut Apple sein eigenes KI-Geschäft weiter aus. Erst vor wenigen Monaten erhielt die hauseigene „Apple Intelligence"-Suite die Zulassung in China. Und die iPhone-Verkaufszahlen legten im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich zu – trotz des juristischen Abwehrkampfes um die eigenen Technologien.

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