Apple verklagt OpenAI: 40 Ex-Mitarbeiter wegen Geheimnisverrats
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 16:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Dutzende Ex-Mitarbeiter ins Visier genommen
Apple hat seine rechtliche Offensive gegen OpenAI deutlich ausgeweitet. Rund 40 ehemalige Beschäftigte, die heute für die Künstliche-Intelligenz-Firma arbeiten, erhielten Aufforderungen zur Aufbewahrung sämtlicher relevanter Unterlagen. Die Maßnahme ist Teil einer Klage, die Apple am 10. Juli 2026 beim Bundesgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien einreichte.
Der Technologiekonzern wirft OpenAI vor, vertrauliche Hardware-Designs und Produktionsstrategien abgegriffen zu haben. Namentlich genannt werden die früheren Apple-Mitarbeiter Chang Liu und Tang Tan. Laut Klageschrift soll Liu vor seinem Abgang sensible Dateien heruntergeladen haben. Tan wiederum habe Bewerber angewiesen, geschützte Komponenten zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen.
Apple fordert Schadenersatz, die Rückgabe seines Eigentums sowie gerichtliche Verfügungen, die eine weitere Nutzung der streitigen Informationen unterbinden.
Peinlicher E-Mail-Patzer vereitelte Vergleich
Besonders brisant: Ein schwerwiegendes Kommunikationsdesaster verhinderte offenbar eine außergerichtliche Einigung. In der ursprünglichen Klage hatte Apple behauptet, OpenAI habe eine Kontaktaufnahme vom Februar 2026 ignoriert. Tatsächlich kam es jedoch zu einem Gespräch – das an einem folgenschweren Missverständnis scheiterte.
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Gabriel Gross, Partner der Anwaltskanzlei Weil, Gotshal & Manges, die Apple vertritt, sandte versehentlich eine Dankes-E-Mail an OpenAIs Justiziar Che Chang. Das Problem: Das Telefonat hatte Gross gar nicht mit Chang geführt, sondern mit einem anderen Mitarbeiter namens Wang. Chang warf dem Anwalt daraufhin vor, Beweise für ein nie stattgefundenes Treffen zu fabrizieren, und forderte dessen Abberufung. Die Beziehung war zerrüttet, weitere Gespräche scheiterten.
OpenAI weist Vorwürfe zurück
Das KI-Unternehmen hat die Anschuldigungen am 16. Juli 2026 öffentlich zurückgewiesen. Es gebe keine Belege für den Diebstahl geistigen Eigentums. OpenAI betont, bereits im Februar auf Apples Bedenken reagiert zu haben. Der E-Mail-Fehler der gegnerischen Anwaltskanzlei untergrabe die Glaubwürdigkeit von Apples Darstellung mangelnder Kooperationsbereitschaft.
Der Rechtsstreit fällt in eine Phase aggressiver Personalpolitik: OpenAI hat eigenen Angaben zufolge mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter abgeworben, darunter namhafte Designer und Ingenieure wie Jony Ive, Evans Hankey und Paul Meade. Die Einstellungen passen zu OpenAIs Plänen, eigene Hardware zu entwickeln – darunter einen tragbaren Smart-Lautsprecher und ein Smartphone.
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Apple ist überzeugt, dass OpenAI dabei auf vertrauliche Erkenntnisse über Lieferkettenstrategien und Produktdesigns zurückgreift. Die bestehende Integration von KI-Diensten zwischen beiden Unternehmen bleibt vom Verfahren vorerst unberührt. Rechtsexperten betonen: Der E-Mail-Patzer schwächt Apples Argumente zur mangelnden Reaktionsbereitschaft OpenAIs, entkräftet jedoch nicht die Kernvorwürfe des Geheimnisverrats.
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