Apple klagt gegen OpenAI: Systematischer Diebstahl von Hardware-Geheimnissen
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 20:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der iPhone-Konzern wirft dem ChatGPT-Entwickler systematischen Diebstahl von Hardware-Geheimnissen vor.
Apple hat am 10. Juli 2026 eine Bundesklage gegen OpenAI und dessen Tochterfirma io Products eingereicht. Die 41-seitige Anklageschrift vor dem Bezirksgericht für den nördlichen Distrikt von Kalifornien beschreibt einen koordinierten und systematischen Versuch, Geschäftsgeheimnisse aus dem Hardware-Bereich zu stehlen. Zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter, Tang Yew Tan und Chang Liu, werden ebenfalls als Angeklagte genannt.
Die Klage wirft OpenAI vor, eine gezielte Strategie verfolgt zu haben, um vertrauliche Informationen von Apple zu extrahieren und die eigenen Hardware-Ambitionen voranzutreiben. Apple fordert Schadensersatz sowie gerichtliche Verfügungen, um eine weitere Nutzung der angeblich gestohlenen Daten zu unterbinden. OpenAI hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Interne Netzwerke kompromittiert
Eine Schlüsselfigur in der Klageschrift ist Chang Liu, ein ehemaliger leitender System-Elektroingenieur bei Apple, der im Januar 2026 zu OpenAI wechselte. Apple behauptet, Liu habe nach seinem Ausscheiden einen Firmen-MacBook behalten und eine Software-Authentifizierungslücke ausgenutzt, um weiterhin Zugriff auf die internen Server von Apple zu haben.
Laut der Anklage soll Liu auf das Netzwerk zugegriffen und eine Vielzahl sensibler Dateien heruntergeladen haben – darunter Hardware-Designs, Fertigungsdetails, interne Präsentationen und Testverfahren. Besonders brisant: Eine elektronische Nachricht, die Liu angeblich verschickte und in der er sich amüsiert darüber äußerte, dass er auch nach seiner Kündigung weiterhin auf den Netzwerkspeicher zugreifen konnte. Apple argumentiert, dass diese Aktionen es OpenAI ermöglicht hätten, jahrelange Forschungs- und Entwicklungskosten zu umgehen.
Abwerbung und Lieferketten-Spionage
Die Apple-Klage gegen OpenAI zeigt: Ein ehemaliger Mitarbeiter nutzte eine Authentifizierungslücke, um monatelang auf interne Server zuzugreifen. Wie schützen Sie Ihre sensiblen Designs vor ähnlichen Angriffen? Unser Report liefert die drei wichtigsten Sofortmaßnahmen – von Zugriffsentzug bis Echtzeit-Überwachung. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Die Klage richtet sich auch gegen Tang Yew Tan, der zuvor als Vice President of Product Design bei Apple tätig war und heute die Hardware-Sparte von OpenAI leitet. Apple wirft Tan vor, seine Position systematisch genutzt zu haben, um Apple-Talente abzuwerben und vertrauliche technische Details zu erfragen.
Der Vorwurf: Tan habe Bewerber ermutigt, physische Apple-Komponenten und -Teile zu Vorstellungsgesprächen bei OpenAI mitzubringen, um sie dort zu analysieren. Zudem soll Tan kurz vor seinem Ausscheiden sensible Lieferanteninformationen an sich selbst gemailt und interne Projekt-Codenamen verwendet haben, um gezielt Technologien zu identifizieren, die OpenAI kopieren wollte. Branchendaten in der Klageschrift deuten auf ein massives Abwerbungsprogramm hin: Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten inzwischen bei OpenAI.
Milliardenschwere Hardware-Offensive
Der Rechtsstreit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem OpenAI massiv in physische Produkte investiert. 2025 übernahm das Unternehmen die Firma io Products für schätzungsweise 6,4 bis 6,5 Milliarden Euro, um die Hardware-Entwicklung zu beschleunigen.
Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten inzwischen bei OpenAI – systematische Abwerbung mit Folgen. Sind Ihre Lieferanteninformationen und Projekt-Codenamen sicher? Unser Report zeigt, wie Sie mit rechtssicheren Klauseln und Zugriffskontrollen verhindern, dass Wettbewerber Ihre Entwicklungsarbeit kopieren. Schutz vor Geheimnisdiebstahl jetzt sichern
Die Klage könnte die gesamte Unternehmensstrategie von OpenAI gefährden – das Unternehmen bereitet sich Berichten zufolge auf einen Börsengang vor. Marktanalysten bewerten die KI-Firma derzeit mit rund 852 Milliarden Euro.
Während Apple diesen Rechtsstreit gegen OpenAI führt, navigiert der Konzern weiterhin durch eine komplexe Wettbewerbslandschaft im Bereich der künstlichen Intelligenz. Dazu gehört eine zuvor angekündigte Vereinbarung, bei der eine überarbeitete Version des Sprachassistenten Siri auf Technologie von Google Gemini zurückgreifen wird. OpenAI hat sich zu den spezifischen Vorwürfen bezüglich der Abwerbung von Apple-Ingenieuren oder der angeblichen Server-Einbrüche bislang nicht detailliert geäußert.
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