Apple, OpenAI

Apple klagt gegen OpenAI: Industriespionage durch Ex-Mitarbeiter

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 20:46 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple reicht Klage gegen OpenAI ein und wirft dem Unternehmen systematische Industriespionage durch Ex-Mitarbeiter vor.

Apple verklagt OpenAI: Schwere Vorwürfe der Industriespionage
Stilisierte Leiterplatte mit Datenströmen, die in ein Schloss-Symbol fließen – für Geschäftsgeheimnisse und digitale Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zentrum stehen zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter.

Apple hat am 10. Juli 2026 vor dem Bundesgericht im Nordbezirk von Kalifornien Klage gegen OpenAI und mehrere frühere Angestellte eingereicht. Der Vorwurf: ein abgestimmtes Vorgehen zur Aneignung vertraulicher Geschäftsgeheimnisse. Die Klage nennt den früheren Apple-Ingenieur Chang Liu, den Ex-Hardware-Chef Tang Tan sowie mehrere OpenAI-Organisationen, darunter die OpenAI Foundation, OpenAI Group PBC und io Products.

Sicherheitslücke ausgenutzt

Die Anwälte von Apple schildern eine Reihe von Sicherheitsverstößen. Demnach entdeckte Chang Liu nach seinem Wechsel zu OpenAI eine Schwachstelle im Authentifizierungssystem des Konzerns. Diese Lücke erlaubte ihm offenbar weiterhin den Zugriff auf Apples internes Netzwerk – obwohl er längst nicht mehr für das Unternehmen arbeitete.

Laut Gerichtsunterlagen lud Liu zahlreiche vertrauliche Dateien herunter, darunter Hardware-Designs und eine 1000-seitige Präsentation. Die Dokumente legen nahe, dass Liu den Sicherheitsfehler einer Kollegin namens Alyssa Peng mitteilte. Er habe sich amüsiert darüber gezeigt, dass er immer noch auf die internen Speichersysteme zugreifen könne. Zudem soll Liu ein Firmen-MacBook nicht zurückgegeben und das Gerät für die unerlaubten Downloads genutzt haben.

Rekrutierung als Tarnung

Die Klage richtet sich auch gegen Tang Tan, der von Apple zu OpenAI wechselte und dort die Hardware-Sparte leitet. Apple wirft ihm vor, ein Informationssammelsystem aufgezogen zu haben, das den Bewerbungsprozess als Deckmantel nutzte. Tan soll Kandidaten ermutigt haben, vertrauliche Apple-Informationen preiszugeben. In manchen Fällen habe er Bewerber sogar aufgefordert, bestimmte Hardware-Komponenten zu den Vorstellungsgesprächen mitzubringen.

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Die Gerichtsakten deuten darauf hin, dass Tan bei diesen Gesprächen Codenamen verwendete, um die wahren Absichten zu verschleiern. Zudem soll er interne Sicherheitsdokumente an Neueingestellte weitergegeben haben. Ziel dieser Aktionen: OpenAIs Hardware-Ambitionen mit Apples technischen Geheimnissen zu beflügeln.

Die Dimension des Personalabflusses ist beachtlich: Über 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten inzwischen bei OpenAI. Diese Abwanderung belastet das Verhältnis der beiden Tech-Riesen zunehmend.

Juristische Eskalation

Vor der Klage hatte Apple offenbar versucht, den Konflikt intern zu lösen. Bereits im Februar 2026 kontaktierte der Konzern OpenAI – ohne Reaktion. Ein OpenAI-Sprecher wies die Vorwürfe zurück und bestritt ein koordiniertes Fehlverhalten.

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Die Klage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem OpenAI weiter expandiert. 2025 übernahm das Unternehmen io Products für mehrere Milliarden Euro. Im April 2026 wurde OpenAI auf rund 780 Milliarden Euro geschätzt. Branchenbeobachter vermuten, dass der Rechtsstreit die Hardware-Entwicklungen des KI-Unternehmens verzögern könnte.

Apple fordert Schadensersatz und dauerhafte Unterlassungsverfügungen, um die weitere Nutzung der angeblich gestohlenen Materialien zu verhindern. Der Konzern beantragte zudem ein Geschworenenverfahren.

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