Apple klagt gegen OpenAI: Datenklau durch Ex-Ingenieur Chang Liu
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 17:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Apple hat am 10. Juli 2026 eine umfassende Klage gegen OpenAI eingereicht. Der Tech-Riese wirft dem KI-Unternehmen eine systematische Kampagne zur Aneignung von Geschäftsgeheimnissen vor – mit weitreichenden Folgen für die gesamte Branche.
Die 41-seitige Beschwerde wurde beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eingereicht. Neben OpenAI selbst sind dessen Hardware-Chef Tang Tan und der ehemalige Apple-Ingenieur Chang Liu als Beklagte genannt. Apple wirft dem KI-Konzern vor, in großem Stil vertrauliche Informationen abgeschöpft zu haben, um die eigenen Hardware-Projekte voranzutreiben.
Systematischer Datenklau durch Ex-Mitarbeiter
Besonders brisant: Die Vorwürfe gegen Chang Liu. Der frühere Apple-Ingenieur, der zu OpenAI wechselte, soll eine Sicherheitslücke in Apples Authentifizierungssystem ausgenutzt haben. Laut Klageschrift behielt Liu seinen Firmenlaptop und nutzte den technischen Fehler, um auf Apples internes Netzwerk zuzugreifen. Die Beute: Dutzende vertrauliche Dateien, darunter technische Präsentationen und Fertigungsspezifikationen.
Insgesamt sollen mehr als 1.000 Seiten technischen Materials heruntergeladen worden sein. Besonders dreist: Eine Nachricht, die Liu angeblich über den Sicherheitsvorfall verschickte. Darin zeigte er sich amüsiert darüber, dass er immer noch auf die internen Systeme zugreifen konnte. Apple wertet dies als bewusste Ausnutzung der Sicherheitsinfrastruktur zugunsten eines Konkurrenten.
Abwerbung mit System
Der Fall Apple vs. OpenAI zeigt: Ein einziger Ex-Mitarbeiter kann mit einem Laptop und einer Sicherheitslücke tausende Seiten vertraulicher Daten abziehen. Sichern Sie Ihr Unternehmen mit einer rechtssicheren Austrittsprotokoll-Vorlage und einer konkreten Checkliste – bevor Ihre Konkurrenz profitiert. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Leitfaden anfordern
Die Klage zielt auch auf Tang Tan, den ehemaligen Apple-Vizepräsidenten, der heute die Hardware-Entwicklung bei OpenAI leitet. Apple wirft ihm vor, bei Vorstellungsgesprächen interne Codenamen für unveröffentlichte Produkte verwendet zu haben, um Informationen von Apple-Mitarbeitern zu extrahieren. Noch schwerer wiegt der Vorwurf, Tan habe Bewerber aufgefordert, physische Apple-Komponenten und Hardwareteile zu den Gesprächen mitzubringen.
Doch damit nicht genug: OpenAI soll auch in Apples Lieferkette eingegriffen haben. Der KI-Konzern habe einen Zulieferer überredet, eine geschützte Metallveredelungstechnik für eigene Projekte zu nutzen. Apple sieht darin einen klaren Verstoß gegen den „Defend Trade Secrets Act“ und einen Vertragsbruch.
Eskalation auf höchster Ebene
Die juristische Auseinandersetzung ist der Höhepunkt einer längeren Konfliktgeschichte. Apple hatte OpenAI bereits im Februar 2026 kontaktiert und eine Unterlassung gefordert – ohne Erfolg. Die Dimension des Personalabflusses ist enorm: Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten inzwischen bei OpenAI.
Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten heute bei OpenAI – und laut Klage wurden systematisch Geschäftsgeheimnisse abgeschöpft. Wie gut sind Ihre Austrittsprozesse? Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Datenabfluss erkennen und mit rechtssicheren Protokollen unterbinden. Leitfaden gegen Datenklau jetzt sichern
Der Zeitpunkt ist für OpenAI besonders heikel. Das Unternehmen bereitet seinen Börsengang vor, der mit einer Bewertung von rund 852 Milliarden US-Dollar (knapp 800 Milliarden Euro) einer der größten der Technologiegeschichte werden könnte. OpenAI hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Firmen zu haben.
Apple fordert eine einstweilige Verfügung gegen die weitere Nutzung vertraulicher Daten, die Rückgabe sämtlicher gestohlener Materialien sowie eine noch nicht bezifferte Schadensersatzsumme.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
