Apple klagt gegen OpenAI: 400 Ex-Mitarbeiter und Geheimnisdiebstahl
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 03:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die 41-seitige Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien zielt auf OpenAI, die Tochterfirma io Products und zwei Ex-Apple-Mitarbeiter.
Konkret sollen Tang Tan – heute Hardware-Chef bei OpenAI – und der frühere Elektroingenieur Chang Liu vertrauliche Design- und Fertigungsdaten entwendet haben. Apple argumentiert: OpenAI habe gezielt Personal abgeworben, um an geschütztes Hardware-Know-how zu kommen.
400 Ex-Apple-Mitarbeiter arbeiten jetzt bei OpenAI
Die Zahlen sind beeindruckend: Mehr als 400 frühere Apple-Beschäftigte arbeiten inzwischen für OpenAI. Besonders brisant: Bewerber sollen angeblich ermutigt worden sein, interne Apple-Unterlagen und Bauteile zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen.
Chang Liu wiederum soll kurz vor seinem Ausscheiden eine Sicherheitslücke genutzt haben, um Dutzende vertrauliche Dokumente herunterzuladen. OpenAI weist alle Vorwürfe zurück und betont, kein Interesse an fremden Geschäftsgeheimnissen zu haben.
Die Klage belastet die Partnerschaft zwischen Apple und OpenAI massiv. Seit 2024 war ChatGPT in iOS integriert – das könnte sich nun ändern.
GPT-5.6 Sol Ultra: Mathematischer Coup oder PR-Gag?
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Parallel zum Rechtsstreit meldet OpenAI einen wissenschaftlichen Erfolg. Das Modell GPT-5.6 Sol Ultra habe die sogenannte Cycle Double Cover Conjecture bewiesen – eine mathematische Vermutung aus den 1970er-Jahren, die jahrzehntelang ungelöst blieb.
Laut OpenAI gelang der Beweis in weniger als einer Stunde mit 64 parallelen Subagenten. Klingt beeindruckend, oder?
Die Fachwelt reagiert verhalten. Ein Mathematiker der University of Manchester lobt den Beweis als „sehr gelungen“, kritisiert aber das Fehlen von Verweisen auf wichtige Vorarbeiten aus den 1980ern. Zudem steht das Peer-Review noch aus. OpenAI will den Prompt veröffentlichen, um Transparenz zu schaffen.
Apple setzt auf eigene KI – trotz OpenAI-Streit
Die juristischen Spannungen bremsen Apples KI-Pläne nicht. Das Unternehmen prüft eine Zusammenarbeit mit dem Start-up PrismML. Ziel: Große Sprachmodelle direkt auf dem iPhone ausführen.
Konkret steht das Modell Qwen3.6-27B mit rund 27 Milliarden Parametern für das künftige iPhone 17 Pro im Gespräch. Das wäre ein gewaltiger Sprung für lokale KI-Anwendungen auf Mobilgeräten.
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OpenAI baut Hardware-Sparte aus
OpenAI wiederum drängt in die entgegengesetzte Richtung. Nach der Übernahme von io Products für 6,5 Milliarden Dollar im Jahr 2025 steht nun die Einführung des Hardware-Produkts Codex Micro bevor. Branchenkenner erwarten Details Mitte Juli.
Dass io Products und Star-Designer Jony Ive in die aktuellen Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind, zeigt: Die Verflechtungen in der Tech-Branche werden immer komplexer. Apples Vorwurf: OpenAI habe durch Abwerbung und Datendiebstahl die eigene Hardware-Entwicklung unzulässig beschleunigt.
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