Altersgerechtes, Wohnen

Altersgerechtes Wohnen: Nur 8% des Bestands erfüllt Standards

27.06.2026 - 16:04:39 | boerse-global.de

Studien belegen: Nur 8 bis 10 Prozent der Wohnungen sind barrierefrei. Neue Projekte in Korbach und Berlin setzen auf altersgerechtes Wohnen.

Altersgerechte Wohnungen: Großes Defizit und neue Bauprojekte 2026
Altersgerechtes - Eine moderne, helle und barrierefreie Seniorenwohnung mit einer älteren Person, die bequem im Wohnbereich sitzt. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem Juni 2026 zeigen: Der Nachholbedarf bei altersgerechtem Wohnraum ist enorm.

Nur jede zehnte Wohnung ist altersgerecht

Eine Untersuchung im Landkreis Wunsiedel vom 25. Juni 2026 offenbart die Misere: Von rund 41.000 Wohnungen sind lediglich 1.600 als altersgerecht einzustufen. Für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen ist der Großteil des Bestands ungeeignet.

Noch deutlicher wird das Problem im Kreis Heinsberg. Eine Analyse des Pestel-Instituts und des Bundesverbands Deutscher Baustofffachhandel (BDB) vom 26. Juni 2026 zeigt: Nur 10.600 von 128.800 Wohnungen erfüllen die Kriterien für vollständige Barrierefreiheit – das sind gerade einmal acht Prozent.

Die Marktforscher warnen: In den nächsten zehn Jahren werden rund 44.300 Erwerbstätige im Kreis in den Ruhestand treten. Besonders krass: Bodengleiche Duschen gibt es nur in jeder dritten Wohnung. Branchenvertreter fordern deshalb eine bundesweite Umbau-Offensive mit direkten Zuschüssen.

Neue Wohnprojekte: Pflege und Selbstbestimmung vereint

Die Baubranche reagiert. Ende Juni 2026 starteten mehrere Projekte, die Pflege und selbstbestimmtes Wohnen kombinieren.

In Korbach erfolgte am 26. Juni die Grundsteinlegung für ein neues Wohncarrée. Die Unternehmen Cureus und compassio bauen 119 Pflegeplätze in Einzelzimmern und 31 Einheiten für betreutes Wohnen. Fertigstellung: Ende 2027. Der Neubau erreicht den KfW-Effizienzhaus-Standard 55 und setzt auf Photovoltaik und Wärmepumpen.

Auch Berlin zieht nach. In Marzahn feierte die landeseigene degewo am 26. Juni Richtfest für 140 Mietwohnungen – 79 davon sind barrierefrei. Dank hälftiger Förderung liegen die Einstiegsmieten bei 7,00 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Ein wichtiger Schritt für einkommensschwächere Senioren.

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In Kematen entstehen 15 Wohnungen nach dem Konzept des Generationenwohnens. Besonderheit: Die Bewohner erhalten eine Mietkaufoption – langfristige Sicherheit inklusive.

Alternative Wohnmodelle: Von der Senioren-WG bis zur Roboter-Toilette

Das klassische Eigenheim wird für viele Senioren zur Last. Experten raten zum Verkauf des zu großen Familienhauses. Der finanzielle Spielraum ermöglicht Alternativen wie Service-Wohnen, Senioren-WGs oder Mehrgenerationenhäuser.

Ein Vorzeigeprojekt: das Bielefelder Modell. Seit drei Jahrzehnten verbindet es selbstbestimmtes Wohnen mit professionellen Hilfs- und Betreuungsangeboten. Und das ohne pauschale Betreuungskosten.

Internationale Architektur zeigt, wie Design Sicherheit schaffen kann. Das 2024 ausgezeichnete Projekt Lush Purline in Taichung setzt auf Bögen statt rechter Winkel – das minimiert die Verletzungsgefahr. Das fünfstöckige Gebäude bietet Platz für bis zu vier Generationen unter einem Dach.

Noch futuristischer: Gerontechnologien. Auf einer Fachmesse in Shanghai wurde im Juni 2026 die mobile Roboter-Toilette Xiaoban vorgestellt. Das Gerät kostet rund 3.600 Euro, reagiert auf Sprachbefehle und reinigt sich selbst. Für Pflegebedürftige könnte das mehr Autonomie bedeuten.

Pflegepolitik: 24-Stunden-Betreuung auf dem Prüfstand

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Die pflegerische Versorgung bleibt das Kernproblem. Anfang Juli 2026 ist in Wien ein Fachgespräch zur Zukunft der 24-Stunden-Betreuung geplant. Vertreter von Gemeindebund und Pflegeorganisationen diskutieren über die Unverzichtbarkeit dieses Modells. Ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der Personenbetreuung soll vorgelegt werden.

Moderne Einrichtungen wie die Obere Mühle Villmergen in der Schweiz zeigen, wie es geht: Sie integrieren Gastronomie und soziale Veranstaltungen, steigern die Lebensqualität und bieten gleichzeitig professionelle Begleitung. Die Frage bleibt nur: Wer bezahlt das alles?

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