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Alternative Proteine: Von Biertreber bis Mikroben-Pulver

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung plant Zuckersteuer ab 2027, während alternative Proteinquellen wie Biertreber-Getränke und Mikroben-Pulver den Markt erobern.

Zuckersteuer 2027: Deutsche Getränkeindustrie im Umbruch
Alternative - Nahaufnahme eines Fruchtjoghurts mit Zuckerreduktion und einem Proteinriegel, im Hintergrund eine moderne Lebensmittelproduktionsanlage. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während die Politik härter gegen Zucker vorgeht, drängen neue Proteinquellen auf den Markt.

Zuckersteuer: Brauer laufen Sturm

Die Bundesregierung will die Zuckersteuer auf den 1. Januar 2027 vorziehen. Spitzenverbände der Branche und regionale Organisationen wie der Kölner Brauerei-Verband protestieren scharf. Sie kritisieren den Schritt als Belastung für den Mittelstand.

Die Verbände verweisen auf eine freiwillige Reduktion des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent seit 2018. Der enge Zeitrahmen lasse kaum Spielraum für notwendige Rezepturanpassungen. Zudem warnen sie vor erheblichem bürokratischem Aufwand und unklaren Produktabgrenzungen.

Das erwartete Steueraufkommen: rund 650 Millionen Euro für 2027, ab 2028 dann etwa 450 Millionen Euro jährlich.

Die Hersteller reagieren bereits. Pepsi bringt im Rahmen einer Jubiläumskampagne eine zuckerfreie Retro-Edition. Valensina plant für September 2026 einen Kinderpunsch ohne Zuckerzusatz.

Alternative Proteine: Vom Tofu bis zum Mikroben-Pulver

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Parallel zur Zuckerdebatte schießen neue Proteinquellen aus dem Boden. Die Coop-Tochter Hilcona hat Mitte Juni ihre Tofu-Produktion am Standort Landquart verdoppelt – mit Schweizer Bio-Soja.

Das Münchener Start-up Circular Grain geht einen ungewöhnlichen Weg. Ab September 2026 will das Unternehmen ein Getränk auf Basis von Biertreber auf den Markt bringen. Der Clou: höherer Proteingehalt und weniger Zucker als herkömmliche Hafermilch. Entwickelt wurde das Produkt mit Fördermitteln von über 500.000 Euro und Unterstützung durch ein Amazon-Nachhaltigkeitsprogramm.

Noch futuristischer klingt der Ansatz von Solar Foods aus Finnland. Das Proteinpulver Solein wird aus Kohlendioxid und Wasserstoff gewonnen – mithilfe von Mikroben. In den USA und Südkorea ist das Produkt bereits zugelassen, in der EU steht die Zulassung bevor. Die Produktionskosten sind laut Unternehmen inzwischen vergleichbar mit denen von Molkenprotein.

Danone: Expansion in Indonesien, Altlasten in Europa

Der französische Konzern Danone steht im Fokus der Branche. Analysten der Bank Barclays bewerteten die Aktie am 7. Juli positiv mit „Overweight“. Das Unternehmen setzt auf Expansion in Indonesien, seinem weltweit fünftgrößten Markt. Dort investiert Danone in Digitalisierung, Künstliche Intelligenz in Produktion und Logistik sowie Mehrwegsysteme für Flaschenwasser.

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Doch das Unternehmen kämpft mit Altlasten. Im Frühjahr kam es in den Niederlanden, Frankreich und weiteren Ländern zu Rückrufen von Baby- und Kindernahrung. Grund: mögliche Kontaminationen mit Cereuliden.

Zudem bestätigte der spanische Oberste Gerichtshof ein Urteil aus Juli 2025. Mehrere Molkereiunternehmen – darunter Danone – müssen Bußgelder wegen eines Molkereikartells aus den Jahren 2000 bis 2013 zahlen. Den Landwirten drohen nun umfangreiche Schadensersatzforderungen.

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