Achtsamkeit, Minuten

Achtsamkeit: Zehn Minuten täglich verbessern Aufmerksamkeit in jedem Alter

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Kurzes tägliches Achtsamkeitstraining verbessert die Aufmerksamkeit in jedem Alter. Psychische Gesundheit bleibt ein zentrales Thema.

Achtsamkeitstraining: Zehn Minuten täglich steigern die Konzentration
Minimalistischer Büroarbeitsplatz mit Meditationshocker und Tageslicht, der eine Atmosphäre von Fokus und Ruhe ausstrahlt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Schon zehn Minuten tägliches Training können die Aufmerksamkeit verbessern – und zwar in jedem Alter. Eine aktuelle Studie zeigt: Achtsamkeit ist keine angeborene Gabe, sondern eine trainierbare Fähigkeit.

Trainingseffekte bleiben bis ins hohe Alter stabil

Forscher der Universität Flensburg untersuchten in einer im Fachjournal eNeuro veröffentlichten Studie 69 Erwachsene zwischen 18 und 80 Jahren. Die Teilnehmer nutzten 30 Tage lang eine Achtsamkeits-App – täglich für nur zehn bis 15 Minuten.

Das Ergebnis: Mittels Eye-Tracking ließ sich eine messbare Verbesserung der Aufmerksamkeitskontrolle nachweisen. Entscheidend: Der Trainingseffekt blieb über alle Altersgruppen hinweg stabil. Die Fähigkeit zur mentalen Fokussierung ist also bis ins hohe Alter trainierbar.

Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch

Der Bedarf an solchen Präventionsmaßnahmen wird durch aktuelle Gesundheitsdaten untermauert. Laut TK-Gesundheitsreport 2025 sind psychische Erkrankungen mit durchschnittlich 3,75 Fehltagen pro Person die zweithäufigste Krankschreibungsursache. Innerhalb von fünf Jahren stiegen die psychisch bedingten Fehltage um 50 Prozent.

Immer mehr Arbeitnehmer setzen daher auf anerkannte Bildungsurlaube mit Fokus auf Meditation und Achtsamkeit. Systemische Berater betonen: Die Reduzierung von Ängsten am Arbeitsplatz hängt eng mit der Stabilität von Organisationen zusammen. Führungskräfte können durch die Förderung von Zugehörigkeit und Sinnhaftigkeit die Resilienz ihrer Teams steigern.

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Selbstregulation als Schlüsselkompetenz in der Schule

Auch im Bildungssystem gewinnt das Thema an Bedeutung. In einem Übersichtsartikel im Educational Psychology Review bezeichnen Forscher Selbstregulation als entwicklungsbezogene Schlüsselfähigkeit, die maßgeblich den schulischen Erfolg beeinflusst. Meta-Analysen belegen positive Effekte entsprechender Förderprogramme.

Die Experten plädieren dafür, Selbstregulation als Leitperspektive im gesamten Bildungssystem zu verankern – nicht als isoliertes Unterrichtsfach. Der Bedarf ist groß: Das Schulbarometer zeigt, dass sich etwa ein Viertel der Schüler zwischen 8 und 17 Jahren psychisch belastet fühlt. Die KiGGS-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass rund 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten zeigen. Pädagogen warnen zudem vor einem Anstieg der Einsamkeit unter Kindern.

Digitale Nutzung: Die Dosis macht das Gift

Die fortschreitende Digitalisierung wird zunehmend als Einflussfaktor auf die mentale Gesundheit analysiert. Eine Studie in JAMA Pediatrics mit über 100.000 Teilnehmenden untersuchte die Zusammenhänge zwischen Social-Media-Nutzung und Wohlbefinden.

Die Ergebnisse sind differenziert: Während Mädchen in der Grundschulphase am stärksten von einem vollständigen Social-Media-Verzicht profitierten, erwies sich für ältere Jugendliche eine moderate Nutzung von bis zu 12,5 Stunden pro Woche als vorteilhaft. Exzessiver Konsum darüber hinaus wurde durchweg negativ bewertet.

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Neurowissenschaftler beobachten zudem einen Zusammenhang zwischen hoher Bildschirmzeit und sinkenden kognitiven Leistungen. In Ländern wie Schweden und Dänemark hat dies bereits zu einer teilweisen Rückkehr zu analogen Lehrmitteln geführt. Die Einsamkeit bleibt eine Herausforderung: Laut einer Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung fühlten sich im Winter 2024/25 21 Prozent der 21- bis 30-Jährigen stark einsam.

Clownvisiten stärken Resilienz in der Pflege

Dass Achtsamkeit und emotionale Interventionen auch im hohen Alter wirken, belegt eine Ende Juni 2026 in BMC Geriatrics veröffentlichte Längsschnittstudie. Forscher der Universität Flensburg untersuchten darin den Einfluss von Clownvisiten in Pflegeeinrichtungen.

Nach zwei Jahren zeigte die Interventionsgruppe einen geringeren Rückgang der Resilienz als die Kontrollgruppe. Zudem verbesserten sich das emotionale Wohlbefinden, die Schlafqualität und depressive Stimmungen reduzierten sich. Die Erkenntnisse unterstreichen das Potenzial gezielter emotionaler Unterstützung zur Aufrechterhaltung der psychischen Stabilität in der Langzeitpflege.

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