Zuckersteuer ab 2028: Über 300 Unternehmen protestieren gegen Plan
30.06.2026 - 07:37:38 | boerse-global.de
Branchengrößen wie Coca-Cola und Gerolsteiner sowie zahlreiche Fruchtsafthersteller, Brauereien und Mineralbrunnen haben einen offenen Brief an die Bundesregierung und den Bundestag verfasst. Sie fordern den Verzicht auf die Abgabe, die ab 2028 greifen soll.
Die Unterzeichner warnen vor einer erheblichen Mehrbelastung für Betriebe und Verbraucher. Zudem zweifeln sie die gesundheitspolitische Wirksamkeit einer solchen Steuer an.
Branche verweist auf eigene Erfolge
Die Hersteller haben seit 2018 den Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken bereits um 15 Prozent gesenkt. Statt neuer Steuern fordern sie Verlässlichkeit in der Wirtschaftspolitik. Die Eigeninitiative zeige, dass der Markt auch ohne staatliche Eingriffe reagieren könne.
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450 Millionen Euro für die Krankenkassen
Die Bundesregierung plant die Sonderabgabe im Rahmen einer umfassenden Krankenkassenreform. Schätzungen zufolge könnte die Steuer jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen. Das Geld soll zur Stabilisierung der Krankenkassen beitragen. Der Bundestag stimmt voraussichtlich am 10. Juli 2026 über das Vorhaben ab.
Unterstützung bekommt die Regierung von Verbraucherschützern. Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), bezeichnete die geplante Steuer als positive Nachricht für die Konsumenten.
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Brauereien bereits im Abschwung
Der Protest fällt in eine Phase spürbarer Absatzrückgänge. Im Mai 2026 sank der Bierabsatz in Deutschland um 7,5 Prozent auf rund 6,96 Millionen Hektoliter. Besonders hart traf es Biermischungen mit einem Minus von fast 15 Prozent.
In den ersten fünf Monaten des Jahres liegt der Gesamtabsatz knapp vier Prozent unter dem Vorjahresniveau. Regional zeigen sich massive Unterschiede: Während Hessen oder Niedersachsen zweistellige Rückgänge verbuchten, konnte nur Sachsen-Anhalt ein leichtes Plus erzielen.
Angesichts dieser Marktlage befürchten Branchenvertreter, dass eine zusätzliche Zuckersteuer die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe weiter verschärfen könnte.
