Zollfreiheit: EU-Parlament stimmt für US-Industriegüter ab 2029
22.06.2026 - 10:09:39 | boerse-global.de
Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich für die Abschaffung der Zölle. Ziel: Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen stärken und Handelskonflikte entschärfen.
Klare Mehrheit für Zollfreiheit
440 Stimmen bei 151 Gegenstimmen und 50 Enthaltungen – die Verordnung passierte das Parlament deutlich. Parallel dazu votierten die Abgeordneten für eine zweite Regelung: Sie erlaubt die zollfreie Einfuhr von Hummer aus den USA. Hier lag das Ergebnis bei 444 zu 152 Stimmen bei 54 Enthaltungen.
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Die Vereinbarungen gelten befristet bis zum 31. Dezember 2029. Ein Schutzmechanismus soll die europäische Wirtschaft vor plötzlichen Importwellen bewahren. Die EU-Kommission darf die Zollpräferenzen zudem aussetzen, falls die USA europäische Exporte unfair behandeln oder den Marktzugang einseitig erschweren. Für das endgültige Inkrafttreten fehlt noch die formale Zustimmung des Rates.
Automobilkonzerne reagieren
Die Privatwirtschaft zieht bereits erste Konsequenzen. Stellantis und Jaguar Land Rover (JLR) prüfen eine engere Zusammenarbeit auf dem US-Markt. Beide haben eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet – es geht um Synergien in der Produkt- und Technologieentwicklung.
Besonders JLR leidet unter den bestehenden US-Zöllen. Eine Kooperation mit Stellantis, das 34 Fertigungsstätten in den USA betreibt, könnte die Belastungen abfedern.
Konflikte an anderen Fronten
Während EU und USA auf Annäherung setzen, verschärfen sich anderswo die Handelskonflikte. Das US-Handelsministerium und die internationale Handelskommission haben die Zollabfertigung für Fahrzeugchassis aus Vietnam, Thailand und Mexiko ausgesetzt. Begründung: Erheblicher wirtschaftlicher Schaden für die US-Industrie. Für Produkte der vietnamesischen Thaco Group gilt nun ein Zollsatz von 186,84 Prozent.
Auch mit Indien stocken die Verhandlungen. Handelsminister Piyush Goyal fordert niedrigere Zollsätze als für die Konkurrenz. Der rechtliche Rahmen sei zwar weitgehend fertig, doch über konkrete Tarife herrscht Uneinigkeit.
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Ölpreis gibt nach
Die Fortschritte in den diplomatischen Gesprächen zeigen Wirkung auf den Rohstoffmärkten. Nachdem Unterhändler in der Schweiz einen Zeitplan für ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran skizziert hatten, fiel der Ölpreis. Die Sorte Brent kostete zuletzt 79,44 USD pro Barrel.
Die geplante Einigung sieht Ausnahmegenehmigungen für iranische Ölexporte vor. Zudem soll ein Kommunikationskanal zur Sicherung der Durchfahrt in der Straße von Hormus entstehen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte die Bedeutung einer stabilen Waffenruhe und eines internationalen Rahmens für die Sicherheit der Handelswege.
