Zalando-Schließung, Jobs

Zalando-Schließung: 2.100 Jobs in Erfurt – Einigung bis 9. Juli

23.06.2026 - 17:03:57 | boerse-global.de

Nach gescheiterten Gesprächen vermittelt nun ein neutrales Gremium zwischen Zalando und Betriebsrat über Abfindungen für 2.100 Beschäftigte.

Zalando-Standort Erfurt: Einigungsstelle startet Sozialplan-Verhandlungen
Zalando-Schließung - Ein Logistikzentrum mit besorgten Mitarbeitern im Vordergrund und einer Verhandlungsszene im Hintergrund, die Konflikt darstellt. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nachdem die direkten Gespräche zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat gescheitert waren, soll das Gremium unter neutralem Vorsitz eine Lösung für die rund 2.100 Beschäftigten finden. Ihnen droht Ende September die Kündigung.

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Verhandlungen bis Anfang Juli

Die erste Sitzung fand heute in Erfurt statt. Insgesamt sind vier Termine vereinbart, der letzte am 9. Juli. Verhandelt wird über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich.

Beim Interessenausgleich hatten beide Seiten bereits gute Ergebnisse erzielt. Der Sozialplan sprengte die Gespräche dann am 20. Juni. Der Betriebsrat brach die Verhandlungen ab, weil die finanziellen Vorstellungen zu weit auseinanderlagen.

Zalando hält an der Schließung zum 30. September fest. Jetzt muss die Einigungsstelle einen Kompromiss zu Abfindungen und Unterstützungsmaßnahmen finden.

Millionen-Kluft zwischen den Angeboten

Der Hauptstreitpunkt: das Budget für den Sozialplan. Nach Angaben aus Arbeitnehmerkreisen bot Zalando zuletzt 30 bis 40 Millionen Euro. Der Betriebsrat fordert rund 100 Millionen Euro. Das bisherige Angebot sei angesichts der Konzernfinanzen unzureichend, so die Kritik.

Politischer Druck kommt von der Linken. Fraktionschef Christian Schaft wies auf Milliardenausgaben des Konzerns hin: eine Milliarde Euro für die About-You-Beteiligung, 300 Millionen Euro für Aktienrückkäufe, dazu hohe Summen für Marketing und Sponsoring. „Da darf das Geld für die Erfurter Belegschaft nicht fehlen", so der Vorwurf.

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Politik mahnt zur Eile

Die thüringische Landesregierung beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) fordert beide Seiten auf, zügig zu einer Lösung zu kommen. Es gehe nicht nur um finanzielle Absicherung, sondern auch um Qualifizierungsmaßnahmen für neue Jobs.

Die Unsicherheit zeigt sich leicht an der Börse. Die Zalando-Aktie notierte zuletzt zwischen 24,13 und 24,24 Euro – ein leichter Rückgang. Ein Abschluss bis Anfang Juli gilt als entscheidend. Nur so haben die Beschäftigten rechtzeitig Klarheit über ihre Zukunft.

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