Wohnungsumbau, Euro

Wohnungsumbau: Bis zu 30.000 Euro Zuschuss vom Staat ab Juli

02.07.2026 - 17:27:22 | boerse-global.de

Neue KfW-Förderung für Wohnraum-Umwandlung gestartet. Sanierungsquote bleibt trotz Maßnahmenpaket der Koalition weit unter den Zielen.

KfW-Start: Bis 30.000 Euro Zuschuss für Umbau von Gewerbe zu Wohnraum
Wohnungsumbau - Ein modernes Gebäude mit Solarmodulen und grünen Pflanzen an der Fassade, das Energieeffizienz und Klimaziele symbolisiert. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 1. Juli gibt es neues Geld vom Staat: Wer Gewerberäume in Wohnungen umwandelt, kann bis zu 30.000 Euro pro Einheit bekommen. Die KfW hat das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ gestartet – mit einem Budget von 300 Millionen Euro für dieses Jahr.

Der Zuschuss 266 deckt 30 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 100.000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung: Nach dem Umbau muss das Gebäude mindestens den Standard eines Effizienzhauses 85 EE erreichen. Eine Kombination mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist möglich – solange die Anträge vor Baubeginn gestellt werden.

Sanierungsquote bleibt weit hinter Zielen zurück

Die neue Förderung kommt in einer schwierigen Phase. Branchenvertreter wie Stefan Bolln vom GIH warnen vor einem Stillstand. Die aktuelle Sanierungsquote von 0,67 Prozent liegt weit unter den nötigen 1,9 Prozent. Auch das Ziel von 500.000 neuen erneuerbaren Heizsystemen pro Jahr wird derzeit kaum erreicht.

Ein weiteres Problem: Die Preisstruktur für Strom im Vergleich zu fossilen Energieträgern bremst den Hochlauf klimafreundlicher Technologien. Marktforscher von Wüst Partner zeigen zudem, wie stark die Energieeffizienz den Immobilienwert beeinflusst. Außerhalb von Top-Lagen wie München sinken die Kaufpreise pro schlechterer Effizienzklasse um über 100 Euro pro Quadratmeter. Bei Mehrfamilienhäusern kann der Unterschied zwischen Klasse A und Klasse H mehrere tausend Euro pro Quadratmeter betragen.

Rund 80 Prozent der Wohneinheiten sind in Privatbesitz. Der Erfolg der Wärmewende hängt also maßgeblich davon ab, ob diese Gruppe investiert.

Kommunen ziehen nach

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Seit Juli 2026 gibt es bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro Wohneinheit für den Umbau von Gewerbe zu Wohnraum. Unser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie den Antrag richtig stellen und welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen – inklusive Checkliste für Effizienzhaus 85 EE. Kostenlosen Leitfaden anfordern

Auch auf lokaler Ebene tut sich etwas. In Schleswig-Holstein startete Anfang Juli ein spezielles Training für kommunale Entscheider. Ziel: die Sanierung öffentlicher Gebäude voranzutreiben. Schätzungen zufolge sind rund 85 Prozent der etwa 180.000 kommunalen Gebäude in Deutschland unzureichend gedämmt – das verursacht Energiekosten von fast 5 Milliarden Euro.

Lübeck setzt auf ein technisches Großprojekt: Im Quartier Lauerhofer Feld entsteht ein kaltes Nahwärmenetz mit 135 Erdwärmesonden. Es soll noch 2026 in Betrieb gehen. Zürich geht noch weiter: Dort wurde die schrittweise Einstellung der Gasversorgung in Teilen der Innenstadt zwischen 2033 und 2035 beschlossen. Eigentümer sollen beim Umstieg auf Fernwärme und Fernkälte finanziell unterstützt werden.

Koalition verbietet Verstaatlichung von Wohnraum

Flankiert werden die Maßnahmen durch politische Entscheidungen der Koalition aus Union und SPD. Am 2. Juli stellte die Regierung ein Reformpaket vor, das die Verstaatlichung privater Mietwohnungsbestände per Bundesgesetz unterbindet. Das soll die Planungssicherheit für private Investoren erhöhen.

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Die Sanierungsquote liegt bei nur 0,67 Prozent – weit unter dem Ziel von 1,9 Prozent. Wer jetzt in Effizienz investiert, sichert nicht nur den Wert seiner Immobilie, sondern profitiert von staatlichen Zuschüssen bis 30.000 Euro. Unser Leitfaden erklärt, wie Sie die KfW-Förderung mit der BEG kombinieren. Jetzt Leitfaden sichern

Das Paket enthält auch eine Einkommensteuerreform, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Kleinere und mittlere Einkommen werden entlastet, zur Gegenfinanzierung ist eine Anhebung der Reichensteuer geplant. Für den Bausektor relevant: Die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen sinkt von 20 auf 15 Prozent.

Gleichzeitig wird die sachgrundlose Befristung auf bis zu 48 Monate ausgeweitet. Laut Koalitionskreisen soll das die Flexibilität in der Branche erhöhen. Ob das reicht, um den Gebäudesektor aus dem Stillstand zu holen, bleibt abzuwarten.

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