Wirtschaft unter Druck: 68% der CFOs setzen auf Kostensenkungen
02.07.2026 - 17:33:03 | boerse-global.de
Betriebe reagieren auf den Druck mit Kostensenkungen und KI-Integration – die langfristige Krisenfestigkeit tritt dabei in den Hintergrund.
Kostendruck und Technologie als strategische Säulen
68 Prozent der Finanzvorstände setzen auf Kostensenkungen, zeigt der aktuelle Deloitte CFO Survey. Gleichzeitig priorisieren 64 Prozent der Unternehmen die Integration von Künstlicher Intelligenz. Die Kehrseite: 66 Prozent der CFOs erwarten Stellenabbau infolge der KI-Einführung.
Nur 19 Prozent der befragten Manager geben der Unternehmensresilienz derzeit hohe Priorität. Branchenspezifisch zeigen sich deutliche Unterschiede: Im Maschinenbau legen 44 Prozent der Unternehmen den Fokus auf Kosteneffizienz. Im Technologiesektor konzentriert sich die Hälfte der Firmen primär auf Wachstum.
Investitionszurückhaltung trotz Transformationsdrucks
92 Prozent der Unternehmen sehen grundsätzlichen Investitionsbedarf, so eine KfW-Studie. Doch nur 61 Prozent planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate tatsächlich Kapital einzusetzen. Haupttreiber ist mit 53 Prozent die Digitalisierung.
Was bremst? 46 Prozent der Firmen berichten von Nachfragerückgängen. Zudem wird der Zugang zu Finanzierungen schwieriger: Lediglich 24 Prozent der Unternehmen schätzen die Kreditaufnahme derzeit als leicht ein. Die Wirtschaftsprognose für 2026 bleibt mit 0,4 Prozent Wachstum verhalten, die Inflationsrate lag im Juni bei 2,3 Prozent.
68 Prozent der CFOs setzen auf Kostensenkung, 64 Prozent priorisieren KI – doch 66 Prozent erwarten Stellenabbau. Dieser Report zeigt, wie Sie die Effizienzgewinne der KI heben, ohne Personal abzubauen. Jetzt kostenlosen CFO-Report anfordern
Autoindustrie und Handwerk unter Druck
Opel setzt den Sparkurs fort. Der Vorstand kündigte strikte Kostendisziplin an, um Produktionskosten zu senken und die Automatisierung voranzutreiben. Gemeinsam mit Partner Leapmotor entwickelt die Marke ein elektrisches SUV für das Werk im spanischen Saragossa. Die Astra-Produktion bleibt in Rüsselsheim.
Bei Mercedes-Benz eskaliert der Sparkurs. Die IG Metall rief Anfang Juli zu Protesten auf, nachdem der Vorstand eine Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts für rund 90.000 Beschäftigte auf 2027 verschoben hatte. Der Konzern verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Ergebnisrückgang von 17,2 Prozent – nachdem der Gewinn bereits 2025 deutlich gesunken war.
Auch das Handwerk leidet. Creditreform-Daten zeigen für 2025 die höchste Insolvenzquote seit einem Jahrzehnt. Im ersten Quartal 2026 sanken die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk um 2,1 Prozent. Besonders hart traf es das Bauhauptgewerbe mit einem Minus von 7,3 Prozent.
Europa holt im KI-Wettlauf auf – Deutschland stagniert
Nur 19 Prozent der Unternehmen geben Resilienz hohe Priorität – dabei ist sie der Schlüssel, um Transformationsdruck in Wettbewerbsvorteil zu verwandeln. Der Report liefert eine konkrete Resilienz-Checkliste für CFOs, die Kostendruck und KI-Integration vereint. Resilienz-Checkliste jetzt sichern
Das Accenture AI Progress Barometer zeigt für das erste Halbjahr 2026 eine leichte Verbesserung der europäischen Position. Große EU-Unternehmen konnten ihren Rückstand auf Nordamerika verkürzen. Deutsche Firmen hingegen stagnieren bei den KI-Kennzahlen.
Der Versicherungssektor führt bei der KI-Bereitschaft. Kleinere Unternehmen drohen den Anschluss zu verlieren – sie liegen deutlich hinter ihren nordamerikanischen Wettbewerbern zurück.
