Schwarzmarkt-Shift: Nikotinbeutel boomen, illegale Zigaretten sinken
02.07.2026 - 17:33:03 | boerse-global.de
Während illegale Zigaretten und E-Zigaretten seltener werden, boomen unversteuerte Nikotinbeutel.
Laut dem aktuellen Schwarzmarkt-Tracker des Herstellers Reemtsma registrierten die Behörden im ersten Halbjahr 2026 rund 56 Millionen illegale Zigaretten. Das sind gut 30 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch bei E-Zigaretten sank die Menge der beschlagnahmten Produkte von 3,6 auf 2,5 Millionen Einheiten.
Nikotinbeutel auf dem Vormarsch
Ganz anders sieht es bei Nikotinbeuteln und Snus-Dosen aus. Hier schnellten die Sicherstellungen von knapp 24.000 auf über 42.000 Dosen hoch – ein Anstieg auf 179 Prozent des Vorjahresniveaus.
Der dokumentierte Steuerschaden liegt bei 25,3 Millionen Euro, etwa 97 Prozent des Vorjahreswertes. Reemtsma warnt: Weitere Steuererhöhungen könnten den illegalen Markt wieder ankurbeln.
Neue Regeln für Einweg-Vapes
Wer Nikotinbeutel nutzt, sollte die aktuelle Steuerlücke kennen – sonst drohen Nachzahlungen. Unser Leitfaden zeigt, was legal ist und wie Sie Steuern sparen. Jetzt kostenlosen Steuer-Leitfaden anfordern
Seit dem 1. Juli gilt eine uneingeschränkte Rücknahmepflicht für Einweg-E-Zigaretten. Tankstellen, Kioske und Fachgeschäfte müssen leere Geräte jetzt annehmen. Brandenburgs Umweltministerin Mittelstädt fordert darüber hinaus ein komplettes Verbot. Bundesrat und Bundesregierung haben ein solches Verbot bereits angekündigt – ein Gesetzgebungsverfahren steht aber noch aus.
In der Gesundheitsdebatte macht sich der Sucht- und Drogenbeauftragte Hendrik Streeck für ein Verbot süßer Aromen in Vapes stark. Unterstützung kommt von NRW-Gesundheitsminister Laumann. Auch die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen verlangen schärfere Regeln: Aromen-Verbot, höhere Liquid-Steuern. Ihr Ziel: Die Raucherquote bei Erwachsenen bis 2040 auf unter fünf Prozent drücken, bei Jugendlichen auf zwei Prozent.
EU-Streit um Tabaksteuer
Auf europäischer Ebene stocken die Verhandlungen über eine neue Tabaksteuer. Nach dem Scheitern unter zyprischer Ratspräsidentschaft im Juni soll nun bis zum 9. Oktober eine Einigung her – unter irischem Vorsitz. Der Plan: höhere Mindeststeuern auf Tabak, neue Steuern auf E-Zigaretten, erhitzten Tabak und Nikotinbeutel. Problem: Für eine Entscheidung braucht es Einstimmigkeit aller Mitgliedstaaten.
Die Behörden verschärfen Kontrollen – zuletzt wurden 20.000 unversteuerte Zigaretten sichergestellt. Auch bei Nikotinbeuteln steigt das Risiko. Erfahren Sie, wie Sie sich rechtssicher verhalten. Rechtssicherheit jetzt sichern
Zoll schlägt zu
Die Behörden verschärfen die Kontrollen. Auf der Autobahn 27 bei Bremerhaven stellte der Zoll kürzlich 20.000 unversteuerte Zigaretten und 100 E-Zigaretten sicher. Der verhinderte Steuerschaden: über 4.000 Euro. Gegen den 47-jährigen Fahrer läuft ein Strafverfahren.
