Wechseljahre, Millionen

Wechseljahre: Neun Millionen Frauen kämpfen am Arbeitsplatz

30.05.2026 - 19:48:16 | boerse-global.de

Berliner Grüne legen Strategie vor, PCOS wird umbenannt. Millionen Frauen leiden unter Wechseljahresbeschwerden am Arbeitsplatz.

Chronoworking: 2026 wird das Jahr der inneren Uhr - Foto: über boerse-global.de
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Versorgungslücken, Tabus und wirtschaftliche Folgen: Ende Mai 2026 drängen Politik und Fachverbände auf eine grundlegende Neuausrichtung der Frauengesundheit. Im Fokus stehen bessere Arbeitsmarktintegration, die Enttabuisierung chronischer Erkrankungen und eine modernisierte medizinische Klassifikation.

Berliner Grüne legen Strategie vor

Die Berliner Grünen brachten heute einen Antrag für eine verbindliche Frauengesundheitsstrategie ins Abgeordnetenhaus ein. Das Paket sieht einen Aktionsplan für die Wechseljahre und den Ausbau der Hebammenversorgung vor.

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Ein zentraler Punkt: Schwangerschaftsabbrüche sollen fest im Medizinstudium verankert werden. Die Finanzierung der Schwangerenkonfliktberatung wollen die Grünen dauerhaft absichern.

Parallel startet Luxemburg am 1. Juni seine erste Aktionswoche zur Frauengesundheit. Der Fokus liegt auf Prävention und besserem Informationszugang. In Deutschland sind für den 10. Juni Informationsveranstaltungen geplant – in Mannheim zu hormonellen Einflüssen, in Halle zu Therapieoptionen bei gynäkologischen Krebserkrankungen.

Wechseljahre: Millionen Frauen im Job betroffen

Die Relevanz des Themas für den Arbeitsmarkt ist enorm. Laut aktuellen Erhebungen leiden rund 85 Prozent der betroffenen Frauen unter Wechseljahresbeschwerden – mit direkten Auswirkungen auf ihre Arbeit. Schätzungen gehen von bundesweit etwa neun Millionen betroffenen Frauen aus.

Mehr als die Hälfte empfindet das Thema am Arbeitsplatz als Tabu. Die Folgen sind messbar: Jede zehnte Frau kündigt aufgrund von Belastungen in den Wechseljahren. Erste Symptome treten häufig bereits ab Anfang 40 auf.

PCOS bekommt neuen Namen

Die Medizin vollzieht einen systemischen Wandel: Ein internationales Expertennetzwerk definierte das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) im Fachblatt The Lancet neu. Die Erkrankung heißt jetzt Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS).

Der neue Name macht klar: Es handelt sich primär um eine systemische Stoffwechselstörung. Die Experten empfehlen ein Screening auf Warnsignale bereits ab dem zehnten Lebensjahr. Bei Unfruchtbarkeit hat sich seit Jahresbeginn Letrozol als neuer Behandlungsstandard etabliert.

Frauen unzufriedener mit Versorgung

Trotz hohem Eigenengagement zeigen sich viele Frauen mit dem System unzufrieden. Eine Civey-Umfrage ergab: Nur 51,4 Prozent der Frauen sind mit ihrer gesundheitlichen Verfassung zufrieden – bei Männern sind es 55,4 Prozent.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Behandlungszufriedenheit: 70,6 Prozent der Männer sind zufrieden, aber nur 62,2 Prozent der Frauen. Branchenvertreter fordern daher mehr Frauen in klinischen Studien und bessere Datenerhebung – etwa bei der Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS) oder Endometriose.

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Klinikpersonal: Jede zweite Ärztin erlebt Machtmissbrauch

Eine bundesweite Umfrage des Marburger Bundes offenbart gravierende Missstände: Fast die Hälfte der befragten ärztlichen Beschäftigten erlebte in den letzten zwölf Monaten Machtmissbrauch. Rund 13 Prozent berichteten von sexueller Belästigung.

Die Vorsitzende Dr. Susanne Johna betont: Ein Großteil der Betroffenen erwarte keine Konsequenzen nach einer Meldung oder fürchte berufliche Nachteile. Der Verband fordert längere Fristen für zivilrechtliche Ansprüche, um den Schutz der Beschäftigten zu verbessern.

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