Sartorius investiert 140 Millionen: Neues Kompetenzzentrum in Freiburg
30.05.2026 - 19:48:16 | boerse-global.de
Die Fertigungsindustrie setzt zunehmend auf Assistenzsysteme, die den Menschen nicht ersetzen, sondern gezielt unterstützen. Statt reiner Automatisierung geht es um die intelligente Kombination von Robotik und digitalen Helfern.
Roboter übernehmen die Knochenarbeit
Besonders körperlich belastende Tätigkeiten wandern an Maschinen. Auf einer Fachveranstaltung am 29. Mai präsentierte Hüttenhölscher Robotersysteme für die Möbelfertigung. Vier Einheiten übernehmen dort den vollautomatischen Zusammenbau von Korpus-Möbeln. Die Mitarbeiter werden laut Geschäftsführung spürbar von repetitiven Aufgaben befreit.
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Ähnlich läuft es in der Automobilindustrie. Die Resch GmbH erhielt Ende Mai einen Großauftrag für eine Automatisierungslösung in der Vorserienproduktion. Das Projekt umfasst sechs Stationen mit automatisierten Klebe- und Hebeeinheiten. Die Vorrichtungen handhaben Bauteile mit bis zu 1,2 Metern Länge – und reduzieren so die ergonomische Belastung bei der Montage moderner Antriebstechnologien deutlich.
Auch in der Logistik setzen Unternehmen auf schutzzaunlose Systeme. Der Schokoladenhersteller Alfred Ritter nutzt an seinem Standort in Reichenbach modulare Palettiersysteme von Yaskawa. Die Lösung automatisiert den letzten Schritt der Verpackungskette und punktet mit hoher Mitarbeiterakzeptanz, da sie sich flexibel in bestehende Arbeitsumgebungen integrieren lässt.
Datenbrillen entlasten das Gehirn
Neben der physischen Unterstützung gewinnt die kognitive Entlastung an Bedeutung. Ein Beispiel: das Forschungsprojekt SmARtPlaS (Smart Augmented Reality Plating Services), das bereits im Oktober 2019 startete. Es entwickelt intelligente Dienstsysteme für die Galvanotechnik.
Ein digitaler Zwilling bereitet prozessrelevante Informationen für die Anlagenführung auf. Die Mitarbeiter erhalten diese Daten direkt über Augmented-Reality- oder Virtual-Reality-Brillen. Das ermöglicht eine intuitivere Bedienung komplexer Anlagen und senkt die Fehleranfälligkeit bei manuellen Eingriffen.
Spezialwerkzeuge gegen Belastungsspitzen
Auch punktuelle Belastungen lassen sich durch spezialisierte Werkzeuge eliminieren. Am 29. Mai stellte Stauff eine neue Maschine zur Vor- und Fertigmontage von Schneidringen vor. Sie reduziert den Kraftaufwand bei der Rohrverschraubung erheblich.
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In der Möbelmontage kommen neue Verbindungstechnologien zum Einsatz. Bossard Deutschland liefert für einen Markenhersteller selbstklebende Befestigungsclips. Sie ermöglichen die flexible Integration von Stromversorgungsanschlüssen in Sitzmöbel – und vereinfachen den letzten Arbeitsschritt der Installation deutlich.
Auch die Infrastruktur trägt zur Arbeitsplatzqualität bei. Dezentrale Verkabelungskonzepte in der Fördertechnik können den Installationsaufwand um bis zu 90 Prozent senken. Hybridkabel und vorkonfektionierte Leitungen reduzieren die Systemkomplexität und vereinfachen Wartungs- und Montagearbeiten.
Millionen-Investitionen in moderne Arbeitswelten
Großprojekte zeigen den Stellenwelt moderner Arbeitsbedingungen. Am 29. Mai eröffnete Sartorius in Freiburg ein Kompetenzzentrum für Zell- und Gentherapie-Komponenten. Das Unternehmen investierte über 140 Millionen Euro in den Standort.
Auf 18.000 Quadratmetern entstanden Arbeitsplätze, die durch Geothermie und Photovoltaik nachhaltig betrieben werden. Die moderne Fertigungsumgebung kombiniert ökologische Standards mit optimierten Prozessabläufen für die bis zu 180 Mitarbeiter.
Parallel dazu passen sich die regulatorischen Rahmenbedingungen an. Der VDMA legt im Juni einen überarbeiteten Entwurf des Einheitsblatts 24188 für Rauchschutzmaßnahmen vor. Neue Parameter für Türöffnungskräfte in Treppenräumen sollen die Begehbarkeit und Sicherheit im Arbeitsumfeld weiter präzisieren.
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