Süßwarenindustrie, Warnstreik

Süßwarenindustrie: Warnstreik bei Storck am Montag geplant

21.06.2026 - 20:03:05 | boerse-global.de

Die NGG hat die Belegschaft von Storck in Halle zum Warnstreik aufgerufen. Die Tarifverhandlungen in der Süßwarenbranche bleiben festgefahren.

Storck-Standort Halle: NGG ruft zu Warnstreik in der Süßwarenindustrie auf
Süßwarenindustrie - Ein verschwommener Fabrikboden mit Arbeitern und einem großen roten Banner, das ein Protestsymbol zeigt. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Belegschaft des Süßwarenherstellers Storck am Standort Halle (Westfalen) für Montag zum Warnstreik aufgerufen. Die Arbeitsniederlegung beginnt um 3:30 Uhr und soll bis 14:15 Uhr dauern. Für 6:00 Uhr ist eine Kundgebung geplant.

Anzeige

Angespannte Tarifverhandlungen und Streiks führen oft zu Unsicherheiten in der Belegschaft. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Führungskräften und Personalverantwortlichen, wie sie durch die richtige Wahl des Führungsstils die Motivation und das Vertrauen im Team auch in schwierigen Phasen erhalten. Kostenlosen Ratgeber für moderne Führungsstile herunterladen

Tarifverhandlungen festgefahren

Hintergrund sind die stockenden Verhandlungen in der Süßwarenindustrie. Die NGG fordert 5,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 230 Euro monatlich – bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten. Das bisherige Arbeitgeber-Angebot bedeute einen Reallohnverlust, so die Gewerkschaft.

Die Arbeitgeber bieten eine stufenweise Erhöhung: 1,9 Prozent zum 1. Mai 2026, weitere 1,5 Prozent zum 1. Mai 2027. Dazu kommt eine Altersvorsorge-Komponente von 0,4 Prozent (rund 15 Euro). Die Laufzeit soll 24 Monate betragen. Die nächste Verhandlungsrunde bei Storck ist für den 30. Juni angesetzt.

Branchenweite Streikwelle

Der Aufruf in Halle ist Teil einer Serie von Arbeitskämpfen in der Süßwarenbranche. Bereits am Samstag legten rund 70 Beschäftigte von Lorenz Snacks in Hankensbüttel (Niedersachsen) für acht Stunden die Arbeit nieder. Betroffen waren Produktion und Logistik. Auch dort fordert die NGG 5,8 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit – die Arbeitgeber verlangen zusätzlich eine sechsmonatige Nullrunde. Eine weitere Verhandlung ist für Montag in Hannover angesetzt.

Die NGG kritisierte zudem das Einkommensgefälle in der Region. Im Kreis Gütersloh komme statistisch auf 820 Beschäftigte ein Einkommensmillionär, so die Gewerkschaft unter Berufung auf Daten des Statistischen Landesamtes.

Anzeige

Wenn Fronten in der Belegschaft verhärten, ist professionelle Kommunikation entscheidend für das künftige Arbeitsklima. Mit diesen 9 kostenlosen Vorlagen für strukturierte Mitarbeitergespräche führen Personalverantwortliche faire und zielführende Dialoge, um die Produktivität nachhaltig zu fördern. 9 Gratis-Vorlagen für Mitarbeitergespräche jetzt sichern

Auch andere Branchen im Ausstand

Die Streiks im Süßwarensektor fallen in eine Phase verstärkter Arbeitskämpfe. Am Freitag kam es zu bundesweiten Warnstreiks im Einzelhandel – betroffen waren unter anderem Ikea, Kaufland, Primark und H&M. Im Saarland legten rund 100 Beschäftigte einer Ikea-Filiale die Arbeit nieder. Verdi wirft dem Möbelkonzern vor, trotz eines Rekordumsatzes von über 6 Milliarden Euro (2024) einen Stellenabbau zu planen.

Zusätzlich verschärft sich die Lage in der Logistik: In Erfurt wurden die Verhandlungen über einen Sozialplan für das Zalando-Logistikzentrum am Samstag für gescheitert erklärt. Das Management-Angebot wies der Betriebsrat als unangemessen zurück. Das Verfahren geht nun in eine Einigungsstelle. Von der Schließung des Standorts zum 30. September sind rund 2.000 Arbeitsplätze betroffen.

de | wirtschaft | 69598381 |