Zuwanderung, Gründer

Österreich reformiert Zuwanderung: Nur 60 Gründer unter 12.623 Karten

21.06.2026 - 20:03:05 | boerse-global.de

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer plant schnellere Verfahren und weniger Bürokratie, um mehr Unternehmer und Investoren ins Land zu holen.

Österreich reformiert Rot-Weiß-Rot-Karte für mehr Gründer
Zuwanderung - Ein stilisiertes, leuchtendes Rot-Weiß-Rot-Karten-Symbol vor einer digitalen Österreichkarte mit Datengrafiken und Geschäftsleuten. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Instrument zur qualifizierten Zuwanderung soll künftig stärker als Standortwerkzeug dienen – und gezielt mehr Unternehmer, Gründer und Investoren anlocken.

Der Hintergrund: Bisher nutzen viel zu wenige Selbstständige die Karte.

Nur 60 von 12.623 Karten gingen an Selbstständige

Anzeige: Nur 60 von 12.623 Rot-Weiß-Rot-Karten gingen 2025 an Selbstständige. Die Reform soll das ändern: schnellere digitale Verfahren, weniger Bürokratie, stärkere Gewichtung von Erfahrung. Erfahren Sie in diesem Leitfaden, wie Sie als Gründer oder Investor von den neuen Regeln profitieren. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 2025 wurden insgesamt 12.623 Rot-Weiß-Rot-Karten für qualifizierte Arbeitskräfte ausgestellt. Gerade einmal 60 Bewilligungen entfielen auf Selbstständige und Start-ups.

Das Instrument dient also primär unselbstständigen Fachkräften. Hattmannsdorfer will das ändern. Sein Ziel: Die Karte vom reinen Fachkräfteinstrument zu einem wirksamen Standortwerkzeug weiterentwickeln. So soll der Zuzug von unternehmerischem Kapital und Know-how forciert werden.

Weniger Bürokratie, schnellere Verfahren

Was genau plant das Wirtschaftsministerium? Im Fokus stehen schnellere und vollständig digitale Verfahren sowie ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden.

Ein zentraler Punkt: die Bewertung der Qualifikation. Künftig soll unternehmerische Erfahrung stärker gewichtet werden als rein formale Bildungsabschlüsse. Auch der Innovationsbegriff soll weiter gefasst werden. Und: Englisch als anerkannte Geschäftssprache in den administrativen Abläufen – das soll internationalen Gründern den Markteinstieg erleichtern.

Wirtschaftliches Potenzial in Milliardenhöhe

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Die Reform könnte sich lohnen. Eine Studie des Economica-Instituts hat die potenziellen Effekte einzelner Ansiedlungsprojekte über fünf Jahre untersucht. Das Ergebnis: Ein einziges Projekt kann eine Bruttowertschöpfung zwischen 13,6 und 155 Millionen Euro generieren.

In einem moderaten Szenario rechnet die Studie mit 77,3 Millionen Euro Wertschöpfung und 157 neuen Arbeitsplätzen. Die nötigen Investitionen: zwischen 15 und 150 Millionen Euro pro Projekt.

Die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte soll sicherstellen, dass dieses Potenzial künftig häufiger für den österreichischen Markt erschlossen wird.

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