Stuttgarter Zeitungen: 40 Stellen gestrichen, 80 Mitarbeiter verschoben
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 09:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rund 40 Arbeitsplätze sollen wegfallen, weitere 50 bis 80 Beschäftigte werden in eine neue Einheit verschoben. Das berichten Gewerkschaftsvertreter im Juli 2026.
Freiwilligenprogramm statt Kündigungen
Der Stellenabbau soll über ein Freiwilligenprogramm laufen. Betriebsbedingte Kündigungen wollen die Verantwortlichen vermeiden. Teil des Konzepts ist eine massive organisatorische Umschichtung: Zwischen 50 und 80 Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitungen werden in die Einheit NBR (News Business Services) eingegliedert. Ziel ist offenbar die Zentralisierung bestimmter Dienstleistungen und Prozesse.
Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Kostenoptimierung. Sie folgen auf den Verkauf der Titel an die Neue Pressegesellschaft (NPG) im Jahr 2025. Branchenkenner sehen darin die Fortsetzung der Integrations- und Sparbemühungen des neuen Eigentümers.
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Gewerkschaft warnt vor Tarifflucht
Die Arbeitnehmervertreter reagieren mit scharfer Kritik. Sie befürchten eine Tarifflucht und eine erhebliche Steigerung der Arbeitsbelastung für die verbleibenden Mitarbeiter. Die Sorge: Durch die Ausgliederung in neue Einheiten könnten bestehende tarifliche Standards untergraben werden. Die Belastung in den Redaktionen und angrenzenden Abteilungen habe bereits ein kritisches Niveau erreicht.
Branche unter Druck
Der Fall steht nicht allein. Im südwestdeutschen Mediensektor dominieren derzeit Sparmaßnahmen. Parallel dazu gibt es aber auch positive Signale: Der Südwestrundfunk (SWR) einigte sich Anfang Juli 2026 mit den Gewerkschaften auf einen Tarifabschluss. Die Vergütung steigt um 5,73 Prozent in zwei Stufen, bei einer Laufzeit von 35 Monaten. Auch Verbesserungen in den IT-Laufbahnen und Zuschüsse zum Nahverkehr wurden vereinbart.
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Ganz anders sieht es in der regionalen Schlüsselindustrie aus. In der ersten Julihälfte 2026 erschütterten bundesweite Proteste auch den Standort Stuttgart. Beschäftigte der Automobilindustrie und Zulieferbetriebe forderten mehr Sicherheit für ihre Arbeitsplätze – angesichts drohender Werksschließungen und umfangreicher Sparprogramme bei großen Herstellern.
Der Anpassungsdruck ist enorm – sowohl im Industriesektor als auch im Dienstleistungs- und Medienbereich am Standort Stuttgart.
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