Köln, Beamten-Boni

Köln streicht Beamten-Boni ab 2027: 4.800 Mitarbeiter verlieren 1.000 Euro

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 09:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab 2027 erhalten Kölner Beamte keine Leistungszulagen mehr. Die Stadt reagiert damit auf ein Haushaltsdefizit von fast 600 Millionen Euro.

Köln streicht Beamten-Boni: Haushaltsloch als Grund
Ein ernster Stadtbeamter in Köln streicht mit einem roten Stift durch Haushaltsdokumente, im Hintergrund eine verschwommene Stadtansicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) zieht damit die Reißbremse angesichts eines Haushaltslochs von fast 595 Millionen Euro.

Rund 4.800 Beamte der Stadtverwaltung sind von der Streichung betroffen. Im laufenden Jahr 2026 fließen letztmalig Boni – insgesamt rund fünf Millionen Euro, im Schnitt etwa 1.000 Euro pro Kopf. Im Vorjahr lag das Volumen noch bei 4,5 Millionen Euro.

Sparen auf allen Ebenen

Die Bonuskürzung ist nur ein Puzzleteil. Der städtische Haushalt 2026 sieht Gesamtausgaben von 6,7 Milliarden Euro vor, die Personalkosten liegen bei 1,5 Milliarden. Für den Doppelhaushalt 2027/2028 plant die Stadtspitze zusätzlich eine pauschale Kürzung der Personalausgaben um drei Prozent. Das entspricht Einsparungen von rund 50 Millionen Euro.

„Fataler Schlag“ für die Belegschaft

Bei den Arbeitnehmervertretern schlägt die Entscheidung hohe Wellen. Personalratschefin Janine Pollex spricht von einem „schweren Schlag“ und einem „fatalen Signal“ an die Mitarbeiter. Sie wirft dem Oberbürgermeister mangelnde Transparenz im Entscheidungsprozess vor.

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Unterstützung kommt dagegen vom Bund der Steuerzahler NRW. Stellvertretender Vorsitzender Eberhard Kanski lobt die Maßnahmen: Bei einem Defizit von fast 600 Millionen Euro sei konsequentes Handeln nötig.

Tarifbeschäftigte vorerst verschont – aber nicht lange

Die rund 17.200 Tarifangestellten der Stadt spüren die Streichung noch nicht. Allerdings: Die Dienstvereinbarung für ihre Leistungszulagen wurde bereits gekündigt. Die Stadt sucht nach einem alternativen Entgeltanreizsystem – ein klares Signal, dass auch hier Veränderungen anstehen.

Besoldung im Aufwind – Boni im Sinkflug

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Die Kölner Sparmaßnahmen fallen in eine Zeit steigender Grundgehälter. Die Tarifverhandlungen der Länder (TV-L) brachten Anfang 2026 eine Steigerung von 5,8 Prozent in drei Schritten. Die erste Erhöhung um 2,8 Prozent trat zum 1. April in Kraft.

NRW verzeichnete zudem eine Besoldungssteigerung von 3,36 Prozent. Auch Berlin (+3,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (+3,3 Prozent) zogen nach. Während die linearen Erhöhungen die Grundgehälter stärken, fallen in Köln nun die variablen Leistungskomponenten für Beamte weg.

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