Geschäftsreisen: EU streicht A1-Bescheinigung für Kurztrips ab 2028
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 10:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Unternehmen dürfen sich über weniger Bürokratie bei Kurzeinsätzen freuen. Gleichzeitig treiben Software-Anbieter die Automatisierung der Reisekostenabrechnung voran.
Weniger Papierkram bei kurzen Auslandseinsätzen
Am 7. Juli 2026 bestätigte das EU-Parlament eine umfassende Reform zur Koordinierung der sozialen Sicherheit. Für Geschäftsreisen bis zu drei Tagen innerhalb von 30 Tagen ist künftig keine A1-Bescheinigung mehr nötig. Die Regelung gilt für alle Branchen außer dem Bausektor.
Die Neuerung soll ab 2028 in Kraft treten. Sie reduziert den administrativen Vorlauf für Kurzreisen innerhalb der EU deutlich. Das dürfte besonders Vielreisende freuen.
Neue Fluggastrechte: Handgepäck inklusive
Am selben Tag verabschiedete das EU-Parlament mit 646 Ja-Stimmen neue Standards für Fluggastrechte. Standard-Flugpreise müssen künftig zwingend Handgepäck enthalten. Airlines dürfen Passagieren den Rückflug nicht mehr verweigern, wenn der Hinflug nicht angetreten wurde.
Bei Flugausfällen haben Reisende die Wahl zwischen Rückzahlung oder eigenständiger Umbuchung. Die Entschädigungssätze bei Verspätungen über drei Stunden bleiben bestehen: zwischen 250 und 600 Euro je nach Distanz. Airlines müssen betroffene Passagiere innerhalb von vier Tagen über ihre Ansprüche informieren. Die finale Zustimmung des Rates steht allerdings noch aus.
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Payment-Lösungen im Wandel
Experten beobachten eine Abkehr von isolierten Zahlungsprozessen im Geschäftsreisebereich. Alexander Albert von BCD Travel betonte Anfang Juli, dass moderne Lösungen Buchung, Zahlung und Abrechnung zunehmend nahtlos verbinden. Ziel ist es, manuelle Prozesse zu reduzieren und Ausgaben in Echtzeit transparent zu machen.
Virtuelle Kreditkarten und automatisierte Datenflüsse sollen die Compliance verbessern. Laut Brancheneinschätzungen wird KI in End-to-End-Prozessen künftig zum Standard gehören.
Software setzt auf DATEV-Export
Anbieter reagieren mit spezialisierten Schnittstellen auf den Digitalisierungsbedarf. Teambase stellte im Juli eine Lösung vor, die neben Genehmigungsworkflows einen direkten DATEV-Export für die Reisekostenabrechnung bietet. Auch Branchenlösungen wie die ERP-Software der newvision Software GmbH verknüpfen HOAI-Logik mit DATEV-Schnittstellen.
Doch die Digitalisierung in Deutschland stockt. Eine Umfrage des Verbands elektronische Rechnung (VeR) unter 143 Teilnehmern im Juni 2026 zeigt: 92 Prozent beschäftigen sich regelmäßig mit der E-Rechnung, aber 81 Prozent bewerten den Umsetzungsstand als schlecht. Beim geplanten digitalen Meldesystem fühlen sich 69 Prozent unzureichend informiert. Als bevorzugte Übertragungswege kristallisieren sich Plattformlösungen und das Peppol-Netzwerk heraus.
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KI beschleunigt Dokumentenverarbeitung
Neue KI-gestützte Werkzeuge treiben die Automatisierung der Abrechnungsprozesse voran. Anbieter wie Nitro und Vertafore präsentierten Anfang Juli Lösungen zur automatisierten Dokumentenverarbeitung. Spezialisierte Agenten für Versicherungseinreichungen erreichen bereits Trefferquoten von 87 Prozent.
Auch internationale Plattformen ziehen nach: Xero kündigte am 10. Juli einen Premium-Tarif mit KI-basierten Prognosen und automatisiertem Cashflow-Management an. Eine Echtzeit-Integration mit Office-Lösungen soll die Datenverarbeitung für rund fünf Millionen Kunden vereinfachen. GoodData.AI baut seine Präsenz im DACH-Raum aus und nennt DATEV bereits als Referenzkunden.
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