Sonntagsöffnung: Bundestag will Einzelhandel deutlich lockern
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 05:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Am 7. Juli sprach sich das Gremium für eine deutlich großzügigere Regelung aus, als die Bundesregierung derzeit plant.
Geplante Lockerungen reichen nicht
Die Bundesregierung bereitet konkrete Änderungen für den 1. Januar 2027 vor. Bäckereien sollen dann an Sonntagen bis zu acht Stunden öffnen dürfen, Bibliotheken bis zu sechs Stunden. Doch vielen politischen Akteuren geht das nicht weit genug.
Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Christian von Stetten (CDU), fordert eine grundlegendere Reform des Ladenschlussgesetzes. Unterstützung kommt von FDP-Chef Wolfgang Kubicki und dem Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU). Sie wollen Innenstädte und Tourismusregionen attraktiver machen.
Handelsverband drängt auf Freigabe
Der Handelsverband Deutschland (HDE) verschärft den Druck. Er fordert eine grundsätzliche Freigabe der Sonntagsöffnungen im Einzelhandel. Kaufleute sollen künftig selbst entscheiden dürfen, ob sie am Sonntag öffnen.
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Der Handelsverband Berlin-Brandenburg verlangte bereits am 6. Juli eine Abkehr von der bisherigen Praxis. Der gesamte Einzelhandel brauche eine rechtssichere Grundlage für Sonntagsöffnungen, nicht nur punktuelle Ausnahmen.
Kirchen und Gewerkschaften schlagen Alarm
Gegenwind kommt von Gewerkschaften, Sozialverbänden und den Kirchen. Verdi und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnen vor zusätzlicher Belastung der Arbeitnehmer und einer Aufweichung des Sonntagsschutzes.
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Auch der Arbeitnehmerflügel der Union äußerte deutliche Bedenken. Ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) betonte den Wert des arbeitsfreien Sonntags – unabhängig von religiösen Überzeugungen.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnte davor, den Sonntagsschutz ökonomischen Interessen unterzuordnen. Die Gegner befürchten eine vollständige Abschaffung der gemeinsamen Freizeit, die der Sonntag bisher garantiert.
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