Simbabwe und Mosambik: Exportverbote für Rohmineralien ab sofort
04.06.2026 - 16:02:53 | boerse-global.de
Bergbauminister Polite Kambamura gab die Maßnahme am Donnerstag in Harare bekannt. Das Verbot gilt demnach auch für Lieferungen, die sich bereits auf dem Transportweg befinden.
Die Regierung verspricht sich von dem Schritt mehr Transparenz im Bergbausektor. Zugleich will sie den Aufbau lokaler Verarbeitungsanlagen vorantreiben. Durch die Veredelung im eigenen Land soll ein größerer Teil der Wertschöpfungskette innerhalb der Landesgrenzen bleiben.
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Nachbarland zieht nach
Simbabwes Entscheidung folgt einem ähnlichen Vorstoß des Nachbarlandes Mosambik. Erst am Mittwoch unterzeichnete Präsident Daniel Chapo ein neues Bergbaugesetz, das eine Mindestbeteiligung des Staates von 15 Prozent an allen Minenprojekten vorschreibt.
Auch Mosambik verbietet künftig den Export unverarbeiteter Mineralien. Ausnahmen sind nur mit einer speziellen Genehmigung des Ministers möglich. Das Land zählt zu den drei größten Graphit-Produzenten weltweit – ein kritischer Rohstoff für die Batterieherstellung.
Indien investiert in eigene Verarbeitung
Die Beschränkungen im südlichen Afrika fallen in eine Zeit, in der auch andere große Volkswirtschaften ihre Verarbeitungskapazitäten ausbauen. Indien kündigte am Donnerstag ein Förderpaket von umgerechnet rund 280 Millionen Euro für die Lithium- und Nickelverarbeitung an.
Das Land peilt eine jährliche Verarbeitungskapazität von mindestens 30.000 Tonnen Lithium und 50.000 Tonnen Nickel an. Damit will Neu-Delhi sein Ziel erreichen, bis 2030 einen 30-prozentigen Marktanteil bei Elektrofahrzeugen zu erzielen.
Europa blickt nach Südamerika
Die Europäische Union sucht unterdessen in Südamerika nach stabilen Lieferquellen. Im Rahmen des EU-Gesetzes für kritische Rohstoffe prüfen die Behörden derzeit vier Rohstoffprojekte in Brasilien – darunter Seltene Erden, Lithium und Nickel. Brasilien verfügt über 94 Prozent der weltweiten Niob-Reserven und 23 Prozent der Reserven an Seltenen Erden.
Weitere Engpässe drohen
Die Bergbauindustrie sieht sich zusätzlich mit Lieferengpässen konfrontiert. Das französische Unternehmen Eramet gab bekannt, dass sein Projekt Weda Bay Nickel die Nickel-Erz-Förderung einstellen muss – Grund ist die Erschöpfung der aktuellen Abbaulizenz.
Hinzu kommen wachsende handelspolitische Spannungen. Die USA drohen 60 Handelspartnern, darunter der EU, China und Indien, mit Zusatzzöllen von 10 bis 12,5 Prozent. Zur Begründung führt Washington unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit an. Eine Anhörung zu den Strafzöllen ist für den 7. Juli angesetzt.
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Auch Russland meldet einen Rückgang der Ölproduktion. Vize-Premier Alexander Nowak führte dies auf außerplanmäßige Wartungsarbeiten in Raffinerien zurück. Zudem hat Moskau ein Exportverbot für Kerosin bis Ende November verhängt, um die Inlandsversorgung zu stabilisieren.
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