Schlafmangel, Stunde

Schlafmangel: Eine Stunde weniger erhöht Unfallrisiko um 30%

12.06.2026 - 00:18:09 | boerse-global.de

Die Fußball-WM in Nordamerika bringt viele Spiele nach Mitternacht. Experten warnen vor Gesundheitsrisiken und klären über arbeitsrechtliche Folgen auf.

WM 2026: Schlafmangel und Arbeitsrecht für deutsche Fans
Schlafmangel - Eine Silhouette eines müden Menschen am Fenster im Morgengrauen, der auf ein Smartphone schaut, mit schwachem TV-Licht im Hintergrund. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika bringt für viele Arbeitnehmer ein Problem mit sich: 64 der 104 Spiele werden in Deutschland nach Mitternacht angepfiffen. Schlafexperten warnen vor den gesundheitlichen Folgen.

Schlafmangel mit Folgen

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Bereits eine Stunde weniger Schlaf erhöht das Unfallrisiko um 30 Prozent, warnt Schlafmediziner Hans-Günter Weeß. Sein Rat: Präventiver Schlaf am Tag oder Powernaps von zehn bis zwanzig Minuten. Vor dem Zubettgehen sollten Fans auf Alkohol und Koffein verzichten.

Eine Umfrage der Plattform Kununu zeigt: Nur 19 Prozent der Beschäftigten halten Mitternachtsspiele für beruflich vertretbar. Bei Anstoßzeiten um drei Uhr morgens sinkt dieser Wert auf sieben Prozent. Lediglich elf Prozent planen, für das Turnier Urlaub zu nehmen.

Kein Recht auf Schlaf nach dem Spiel

Arbeitsrechtlich gibt es keine Sonderregelungen für die WM. Fachanwälte betonen: Es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Freistellung. Streaming am Arbeitsplatz ohne Erlaubnis kann abgemahnt werden – oder zur Kündigung führen.

Müdigkeit nach nächtlichem Fernsehkonsum rechtfertigt kein Fernbleiben vom Dienst. Unternehmen sollten frühzeitig klare Regeln kommunizieren und flexible Lösungen wie Gleitzeit prüfen.

Die Betatube um längere Arbeitstage

Parallel zur WM-Diskussion plant die Bundesregierung eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Künftig könnten Arbeitstage von bis zu 13 Stunden möglich sein. Fachanwalt Pascal Croset warnt: Die Produktivität sinkt ab der zehnten Stunde massiv.

In der ARD erteilte Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp dem Konzept Work-Life-Balance eine Absage. In seinem Unternehmen habe es so etwas nie gegeben.

Psychische Belastung nimmt zu

Die Krankheitstage wegen psychischer Belastungen steigen stetig. In der Schweiz fühlt sich jede fünfte Frau mittel bis stark psychisch belastet – oft durch Doppelbelastung von Beruf und Familie.

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In sozialen Medien gewinnt der „Soft Off Day“ an Bedeutung: Homeoffice-Tage mit reduzierter Arbeitsintensität, ohne offizielle Krankmeldung. Experten sehen darin ein Symptom für die Schwierigkeit, im Homeoffice konzentriert zu arbeiten.

Was wirklich hilft

Mediziner wie Chefarzt Thomas Ihde empfehlen: Bei steigender Belastung bewusst Zeit für Hobbys einplanen. Mit Vorgesetzten klare Prioritäten setzen. Und lernen, in kleinen Schritten „Nein“ zu sagen.

Auch der Arbeitsplatz selbst beeinflusst die Stressbelastung. Grünpflanzen können die Produktivität um 15 Prozent steigern. Ergonomische Einrichtung mit Tageslicht und geregelter Luftfeuchtigkeit verbessert das Wohlbefinden. Visuelles Chaos, Kabelsalat und ständige Hintergrundgeräusche sollten minimiert werden – für einen unbelasteten Feierabend.

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