Rentenreform, Renteneintrittsalter

Rentenreform: Renteneintrittsalter ab 2032 an Lebenserwartung gekoppelt

21.06.2026 - 08:19:27 | boerse-global.de

Die Rentenkommission plant tiefgreifende Reformen: Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung, Abschaffung der Rente mit 63 und eine Pflicht-Zusatzrente.

Rentenkommission: Lebensarbeitszeit steigt, Rente mit 63 fällt
Rentenreform - Eine gealterte Hand zählt sorgfältig Euro-Banknoten auf einem dunklen Holztisch, im Hintergrund ein Schatten einer Wirtschaftsgrafik. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

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Lebensarbeitszeit steigt automatisch

Kernpunkt der Reform: Ab 2032 wird das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt. Nach dem Zwei-zu-eins-Modell bedeuten zwölf Monate mehr Lebenserwartung acht Monate länger arbeiten und vier Monate länger Rente beziehen. Prognosen zufolge steigt das Eintrittsalter bis 2041 auf 67,5 Jahre, bis 2051 auf 68 Jahre.

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Die Rente mit 63 soll komplett wegfallen. Stattdessen plant die Kommission eine verpflichtende, kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild. Zwei Prozent des Bruttolohns fließen dann in einen Staatsfonds.

Wer alles einzahlen soll

Das Rentenniveau peilt die Kommission bei 48 bis 50 Prozent an. Der Beitragssatz könnte bis 2028 auf 19,9 Prozent klettern. Neu ist die Ausweitung der Versicherungspflicht: Künftig sollen auch Abgeordnete, Selbstständige und Vorstände einzahlen.

Das Ergebnispapier wird am 23. Juni offiziell an Bundeskanzler Merz übergeben.

DGB will Spitzensteuersatz auf 49 Prozent

Parallel zu den Rentenplänen sorgt ein Steuerkonzept des Deutschen Gewerkschaftsbundes für Diskussionen. Der DGB fordert den Spitzensteuersatz von 42 auf 49 Prozent anzuheben – ab einem zu versteuernden Einkommen von 88.900 Euro. Hinzu kommen die Wiedereinführung der Vermögensteuer und höhere Abgaben auf Erbschaften, Kapitalerträge und Unternehmensgewinne.

Die SPD begrüßt die Vorschläge. Ökonomen kritisieren dagegen die einseitige Konzentration auf die Einnahmenseite.

Regierung plant eigene Steuerreform

Die Bundesregierung bereitet unterdessen eine eigene Reform vor. Am 1. Juli soll der Koalitionsausschuss beraten. Geplant ist unter anderem eine Ein-Klick-Steuererklärung, die ab Januar 2027 kommen soll. Für Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen bis zu 70.000 Euro sind Entlastungen von bis zu 500 Euro durch eine neue Arbeitstagepauschale im Gespräch.

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Tabak und Alkohol werden teurer

Zur Haushaltskonsolidierung plant das Finanzministerium schrittweise Erhöhungen der Verbrauchssteuern. Ab Januar 2027 steigt die Tabaksteuer über vier Jahre. Die Mehreinnahmen sollen von 756 Millionen Euro (2027) auf 3,6 Milliarden Euro (2030) klettern. Eine Packung mit 20 Zigaretten würde dann voraussichtlich 11,40 Euro kosten.

Heftige Kritik kommt aus der Spirituosenbranche. Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie warnt vor einer geplanten Erhöhung der Alkoholsteuer. Modellrechnungen zeigen: Die versteuerte Menge könnte durch Preissteigerungen massiv sinken. Die angestrebten Mehreinnahmen wären langfristig gefährdet, Arbeitsplätze in der Branche bedroht.

Sozialstaat vor Umbau

Die Regierung Merz plant zudem strukturelle Einsparungen im Sozialbereich. Ein Beschluss des Koalitionsausschusses wird für den 1. Juli erwartet. Das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll Einsparungen von 16,3 Milliarden Euro bringen.

Das Bürgergeld wird wieder in die klassische Grundsicherung überführt – mit einem Regelsatz von 563 Euro. Im Arbeitsrecht ist die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit geplant. Das würde Arbeitstage von bis zu 13 Stunden ermöglichen, solange die Wochenhöchstgrenze eingehalten wird.

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