Zalando-Sozialplan: Einigungsstelle entscheidet über 2.000 Jobs
21.06.2026 - 08:19:27 | boerse-global.de
Am 20. Juni brach der Betriebsrat die Gespräche ab – zu groß waren die Differenzen bei den finanziellen Entschädigungen für die betroffenen Beschäftigten. Jetzt entscheidet eine Einigungsstelle.
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70 Millionen Euro klaffen zwischen den Parteien
Der Kern des Konflikts: unterschiedliche Vorstellungen über das Volumen des Sozialplans. Die Arbeitgeberseite bot 30 Millionen Euro. Die Arbeitnehmervertretung forderte 100 Millionen Euro.
Der Betriebsrat begründete seine Forderung mit Verweisen auf andere hohe Ausgaben des Konzerns. Kritisiert wurden eine Milliarden-Investition in About You, ein Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen Euro sowie Sponsoring-Zahlungen von 65 Millionen Euro an den DFB.
Zudem gibt es Streit über den Ablauf der letzten Verhandlungsrunde. Der Betriebsrat widersprach Darstellungen des Konzerns. Entgegen Berichten über einen Abbruch nach wenigen Minuten hätten die Gespräche rund zwei Stunden angedauert.
Einigungsstelle soll den Knoten durchschlagen
Da am Verhandlungstisch keine Lösung gefunden wurde, geht der Fall nun in die Einigungsstelle – ein gesetzlich vorgesehenes Gremium zur Beilegung innerbetrieblicher Konflikte. Die erste Sitzung ist für den 23. Juni angesetzt. Ein Abschluss wird bis zum 9. Juli angestrebt.
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Trotz des geplatzten Sozialplans liegt für den Standort bereits ein Interessenausgleich vor. Dieser regelt die Rahmenbedingungen der geplanten Betriebsschließung. Der Sozialplan soll dagegen die wirtschaftlichen Nachteile für die Belegschaft ausgleichen.
Schließung im September – 2.000 Jobs betroffen
An den Plänen hält das Unternehmen fest: Das Erfurter Logistikzentrum soll zum 30. September 2026 geschlossen werden. Rund 2.000 Arbeitsplätze sind betroffen.
Die Zalando-Aktie notierte am 19. Juni bei 24,13 Euro. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Einigungsstelle rechtzeitig vor dem Schließungstermin Klarheit für die Belegschaft schaffen kann.
