Rentenreform, Kapitalrente

Rentenreform: Kapitalrente ab 2028 und Renteneintritt auf 67,5

23.06.2026 - 19:54:00 | boerse-global.de

Die Rentenkommission empfiehlt eine verpflichtende Kapitalrente und die Anhebung des Rentenalters. Das Paket soll als Ganzes umgesetzt werden.

Rentenreform 2028: Kapitalrente und höheres Eintrittsalter beschlossen
Rentenreform - Ein Stapel Euro-Münzen und ein Uhrwerk, das Kapitalrente und die Zeit symbolisiert. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die staatliche Alterssicherungskommission hat heute ihren Abschlussbericht an Bundeskanzler Merz und Bundesministerin Bas übergeben. Kernstück: eine verpflichtende Kapitalrente und ein höheres Renteneintrittsalter.

Die Bundesregierung kündigte bereits an, das Paket vollständig umsetzen zu wollen. Keine selektive Auswahl – die Reform kommt als Ganzes oder gar nicht.

Kapitalrente nach schwedischem Vorbild

Anzeige: Die Rentenreform kommt als Gesamtpaket – mit Kapitalrente, höherem Eintrittsalter und Mehrkosten von über 40 Milliarden Euro für Unternehmen. Personalverantwortliche müssen jetzt handeln: Checkliste, Musterklauseln und Bindungsstrategien im kostenlosen Report. Jetzt Reform-Report anfordern

Ab 2028 soll eine verpflichtende, kapitalgedeckte Zusatzrente starten. Verwaltet wird sie durch einen Staatsfonds oder die Bundesbank. Die Finanzierung: ein zusätzlicher Beitrag von zwei Prozentpunkten, paritätisch getragen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat durchgerechnet: Eckrentner könnten nach 20 Jahren Beitragszeit monatlich rund 150 Euro mehr erhalten. Nach 45 Jahren wären es sogar über 770 Euro. Ziel ist eine stabile Nettoersatzquote von 70 Prozent.

Befürworter wie die Wirtschaftsweise Schnitzer loben das Modell. Kritiker warnen vor den Folgen für ältere Jahrgänge – sie profitieren wegen der kurzen Ansparphase kaum.

Rente mit 63 fällt weg

Die Kommission empfiehlt eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Nach dem 2:1-Modell steigt das Rentenalter bis 2041 auf 67,5 Jahre. Parallel dazu: Schluss mit der abschlagsfreien „Rente mit 63“. Langjährig Versicherte können frühestens mit 64 in Rente gehen – dann aber mit Abschlägen.

Der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel soll reaktiviert und verschärft werden. Die bisherige Haltelinie von 48 Prozent Rentenniveau läuft 2031 aus. Für Neuzugänge ab 2032 ist ein Übergangsfaktor geplant.

Mehr Einzahler, weniger Minijobs

Künftig sollen auch Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände von Aktiengesellschaften einzahlen. Beamte bleiben vorerst ausgenommen – ihre Pensionen sollen aber angepasst werden.

Die Kommission empfiehlt zudem die weitgehende Abschaffung von Minijobs. Ausnahmen gibt es nur für Schüler. Der allgemeine Rentenbeitragssatz könnte bis 2031 auf über 22 Prozent steigen.

Heftige Kritik von allen Seiten

Anzeige: Steigende Lohnnebenkosten durch den Zusatzbeitrag von zwei Prozentpunkten belasten Ihre Personalbudgets ab 2028. Gleichzeitig erschwert der Wegfall der Rente mit 63 die Planung für ältere Belegschaften. Unser Report zeigt, wie Sie beide Herausforderungen meistern. Reform-Report jetzt sichern

Arbeitgeberpräsident Dulger rechnet mit jährlichen Mehrkosten von über 40 Milliarden Euro für die Unternehmen. Er lehnt den staatlichen Zwang bei der Kapitaldeckung ab.

Gewerkschaften wie Verdi und IG Metall kritisieren die Abschaffung der Rente mit 63 und die Anhebung des Rentenalters. IG-Metall-Chefin Benner: Die Vorschläge blendeten die reale Arbeitswelt vieler Beschäftigter aus. Auch SPD-Politikerin Schwesig äußerte sich kritisch.

Unterstützung kommt von der Senioren-Union, der Jungen Union und dem DIHK. Kanzler Merz stellte klar: Die Reform wird als Gesamtpaket umgesetzt – ohne Auslassungen.

de | wirtschaft | 69612736 |