Rentenerhöhung, Millionen

Rentenerhöhung: 21 Millionen Rentner erhalten 4,24 Prozent mehr ab Juli

23.06.2026 - 21:50:11 | boerse-global.de

Rund 21 Millionen Rentner profitieren ab Juli von einer Anhebung der Bezüge um 4,24 Prozent. Die Rentenanpassung bringt je nach Höhe spürbare Mehrbeträge.

Renten steigen ab Juli 2026 um 4,24 Prozent
Rentenerhöhung - Nahaufnahme der Hände einer älteren Person, die Euro-Banknoten hält, mit einem Taschenrechner und Rentenunterlagen im Hintergrund. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juli 2026 erhalten sie eine deutliche Anhebung ihrer Bezüge. Die Renten steigen einheitlich um 4,24 Prozent.

Bundesregierung und Deutsche Rentenversicherung setzen damit einen Kabinettsbeschluss vom 29. April 2026 um. Der aktuelle Rentenwert klettert von 40,79 Euro auf 42,52 Euro.

Was die Erhöhung für einzelne Rentner bedeutet

Für eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren ergibt sich ein monatliches Plus von 77,85 Euro. Die Anpassung betrifft Altersrenten ebenso wie Erwerbsminderungs-, Hinterbliebenen- und Erziehungsrenten.

Nicht einbezogen sind Beamtenpensionen, Betriebsrenten und private Rentenversicherungen. Die konkreten Zuwächse variieren je nach Rentenhöhe.

Eine Bruttorente von 1.000 Euro steigt auf 1.042,40 Euro. Bei einer Rente von 2.000 Euro fließen künftig 2.084,80 Euro.

Die Rentenanpassungsmitteilungen mit den individuellen Betragen verschickt die Rentenversicherung zwischen dem 13. Juni und dem 24. Juli 2026.

Abzüge: Was vom Plus übrig bleibt

Vom Bruttobetrag gehen Sozialversicherungsbeiträge ab. Die Krankenversicherung schlägt mit 10,2 Prozent zu Buche (einschließlich Zusatzbeitrag), die Pflegeversicherung mit 3,4 oder 4 Prozent – je nach Kinderstatus.

Experten der Lohnsteuerhilfe Bayern rechnen vor: Bei einer Rente von 1.500 Euro bleiben netto etwa 55 Euro mehr übrig.

Auch das Finanzamt greift zu. Der steuerliche Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro für Alleinstehende und 24.696 Euro für Verheiratete. Die Erhöhung könnte weitere Rentner in die Steuerpflicht treiben. Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden jeweils zehntausende Bezieher erstmals steuerpflichtig.

Neue Freibeträge für Hinterbliebene

Die Freibeträge für die Einkommensanrechnung bei Witwen- und Witwerrenten steigen ebenfalls. Der Wert erhöht sich von 1.076,86 Euro auf 1.122,53 Euro monatlich. Für jedes Kind mit Waisenrentenanspruch kommen weitere 238,11 Euro hinzu.

Eine interessante Neuerung gibt es für Minijobber: Sie können ab dem 1. Juli ihre Befreiung von der Rentenversicherungspflicht widerrufen. So lassen sich wieder eigene Rentenansprüche aufbauen.

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Wann das Geld auf dem Konto ist

Der Auszahlungszeitpunkt hängt vom Renteneintrittsdatum ab. Wer seine Rente bis März 2004 angetreten hat, erhält sie vorschüssig. Die erhöhte Rente landet dann bereits Ende Juni auf dem Konto.

Bei einem Rentenbeginn ab April 2004 gibt es die Zahlung nachschüssig. Hier wird die Erhöhung erstmals Ende Juli sichtbar.

Langfristige Perspektive: Was ab 2032 kommt

Die aktuelle Erhöhung basiert auf der positiven Lohnentwicklung. Doch die Bundesregierung bereitet langfristige Änderungen vor. Ab 2032 soll der Nachhaltigkeitsfaktor reaktiviert werden.

Die Folge: Renten könnten künftig etwas langsamer steigen als die Löhne. Um das Rentenniveau stabil zu halten, plant die Regierung eine kapitalbasierte Säule. Ein Zusatzbeitrag von zwei Prozent würde auf individuellen Konten angelegt.

Flankierend steigen zum 1. Juli auch andere gesetzliche Sätze. Der Pflege-Mindestlohn erhöht sich auf 16,52 Euro pro Stunde. Gleichzeitig wird das Bürgergeld in ein Grundsicherungsgeld mit verschärften Regelungen überführt.

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