Pflegefachkräfte, Mindestlohn

Pflegefachkräfte: Mindestlohn springt auf 21,03 Euro ab Juli

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 22:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Höhere Pflegemindestlöhne und mehr Quereinsteiger an Schulen sollen dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken.

Fachkräftemangel: Neue Löhne und Quereinsteiger als Lösung
Eine Gruppe von Fachkräften aus dem Gesundheits- und Bildungsbereich, die zusammenarbeiten, um den Personalmangel zu bekämpfen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit Juli gelten höhere Mindestlöhne in der Pflege, während Schulen verstärkt auf Quereinsteiger setzen.

Höhere Löhne für Pflegekräfte

Die Bundesregierung hat die Attraktivität der Pflegeberufe durch Gehaltsanpassungen steigern wollen. Seit dem 1. Mai 2026 gilt eine Erhöhung von 2,8 Prozent im TVöD-Pflege, ergänzt durch eine monatliche Pflegezulage von rund 141 Euro.

Zum 1. Juli traten zudem neue Mindestlohnsätze in Kraft. Pflegehilfskräfte verdienen mindestens 16,52 Euro pro Stunde, qualifizierte Hilfskräfte 17,80 Euro und Pflegefachkräfte 21,03 Euro.

Auch Österreich reagiert: Gesundheitsministerin Schumann kündigte einen Pflegebonus von 2.200 Euro pro Jahr für Vollzeitkräfte an. Die Mittel bleiben bis 2028 zweckgebunden.

Lehrer gesucht: Quereinsteiger als Lösung

Im Bildungssektor zeigt Niedersachsen, wie der Unterricht gesichert werden soll. Die Landesregierung schuf 5.600 zusätzliche Lehrerstellen. Von den 2.000 ausgeschriebenen Stellen zum neuen Schuljahr konnten rund 75 Prozent besetzt werden.

Die Unterrichtsversorgung stieg leicht von 96,3 auf 97,2 Prozent. Kultusministerin Hamburg empfiehlt Berufseinsteigern, in unterversorgten Regionen auf den Beamtenstatus zu verzichten und stattdessen Tarifbeschäftigung zu wählen.

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Besonders groß ist der Mangel in Mathematik, Naturwissenschaften, Sport und Kunst. Bundesweit lag der Anteil der Quereinsteiger im Schuljahr 2024/25 bei 11,2 Prozent – rund 84.100 Personen.

Regionale Engpässe spitzen sich zu

Trotz der Bemühungen verschärfen sich die Probleme vor Ort. In Brandenburg sind etwa 20 Prozent der Hausarztsitze unbesetzt. Ein Arzt versorgt dort im Schnitt 1.436 Patienten.

Das Gesundheitsministerium prüft den Einsatz mobiler Hausarztpraxen für Regionen wie Jüterbog, Spremberg oder Guben. Die Ärztekammer äußerte jedoch rechtliche Bedenken gegen die rollenden Praxen.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Schließung medizinischer Abteilungen. Die Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam stellt den Betrieb zum 1. August ein. Der Hebammenverband warnt vor längeren Anfahrtswegen für werdende Mütter.

Aus Alt mach Neu: Einkaufszentrum wird Schule

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Um dem Platzmangel an Schulen zu begegnen, gehen Kommunen ungewöhnliche Wege. In Neubrandenburg entsteht aus einem ehemaligen Einkaufszentrum eine Grundschule. Nach rund einjähriger Umbauzeit soll der Standort Ende Oktober 2026 eröffnen.

Das Projekt folgt Beispielen aus Hamburg oder Frankfurt, wo Bildungseinrichtungen ebenfalls in gewerbliche Infrastrukturen integriert wurden.

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