Telefónica, Jobs

O2 Telefónica: Mehr als 1.000 Jobs fallen weg – Verdi kritisiert

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 22:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

O2 Telefónica baut rund 1.000 Stellen ab, vor allem im Service und in Filialen. Verdi kritisiert den Sparkurs scharf.

O2 Telefónica streicht über 1.000 Stellen in Deutschland
Ein schlecht beleuchtetes, modernes Büro mit leeren Stühlen und Schreibtischen, eine Silhouette geht auf eine Stadtansicht zu. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund jeder siebte Job fällt weg – betroffen sind vor allem Kundenservice und Filialen. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Pläne scharf.

Sparprogramm mit Folgen

O2 Telefónica will mehr als 1.000 seiner rund 6.820 Stellen streichen. Das bestätigte das Unternehmen am Sonntag. Der Großteil des Abbaus soll noch 2026 über die Bühne gehen.

Im Fokus stehen der Kundenservice, der Retail-Bereich und die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG. Laut Verdi geht es um Einsparungen von rund 100 Millionen Euro. Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, kein nachhaltiges Konzept für die Zukunft zu haben.

Erst Ende 2025 hatte sich die Führungsspitze verändert. Santiago Argelich Hesse übernahm den CEO-Posten, die Zahl der Vorstandsressorts schrumpfte von sieben auf sechs.

Der große Partner ist weg

Der Hauptgrund für den Sparkurs: Der Großkunde 1&1 wechselte 2024 zu Vodafone. Rund 12 Millionen Kunden wurden bis Ende 2025 umgebucht. Das hinterlässt Spuren in der Bilanz.

Im Geschäftsjahr 2025 sank der Umsatz um 3,8 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel um 8,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein weitgehend gesättigter Mobilfunkmarkt, der kaum Wachstum zulässt.

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Bei der Netzabdeckung sieht es besser aus: 88,6 Prozent bei 4G und 76,2 Prozent bei 5G – Stand Dezember 2025.

Freiwillig gehen oder klagen?

O2 hat bereits ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungen gestartet. Das betrifft aktuell vor allem Mitarbeiter im Retail-Bereich. Juristen raten zur Vorsicht: Aufhebungsverträge sollten Betroffene nicht unter Zeitdruck unterschreiben.

Wer eine betriebsbedingte Kündigung erhält, hat drei Wochen Zeit für eine Kündigungsschutzklage. Wichtig ist auch die Prüfung der Abfindungshöhe und möglicher Auswirkungen auf das Arbeitslosengeld – sonst drohen Sperrzeiten.

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Verdi fordert derweil eine klare Zukunftsperspektive. Reine Kosteneinsparungen reichten nicht, um den Konzern langfristig wettbewerbsfähig zu machen.

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