OpenAI, Apple

OpenAI kontert Apple: Schlampige IT-Sicherheit statt Diebstahl

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 17:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple erwirkt juristische Schritte gegen OpenAI wegen mutmaßlich gestohlener Hardware-Details. OpenAI kontert mit Vorwürfen mangelhafter IT-Sicherheit bei Apple.

Apple verklagt OpenAI: Geheimnis-Streit um abgewanderte Manager
Abstraktes Bild einer modernen Büroumgebung mit Glaswänden und digitalen Datenstrukturen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Apple zieht im Streit mit OpenAI vor Gericht. Der iPhone-Hersteller hat eine einstweilige Verfügung gegen das KI-Unternehmen und mehrere ehemalige Mitarbeiter beantragt. Der Vorwurf: gestohlene Hardware-Geheimnisse. OpenAI wehrt sich – und wirft Apple schlampige IT-Sicherheit vor.

Der Fall: Zwei Ex-Manager im Zentrum

Die Klage liegt seit dem 10. Juli vor. Im Fokus stehen Chang Liu und Tang Yew Tan, die beide zu OpenAI wechselten. Tan gründete mit io Products ein Unternehmen, das OpenAI für rund 6,5 Milliarden Dollar übernahm. Zuvor arbeitete er 24 Jahre bei Apple – zuletzt als Vice President für Produktdesign.

Die 41-seitige Klageschrift zeichnet ein klares Bild: Liu soll einen Apple-Laptop behalten und über Authentifizierungsfehler Dutzende vertrauliche Dateien heruntergeladen haben. Die beantragte Verfügung zielt auf eine beschleunigte Beweisaufnahme und die Vernehmung von fünf Personen ab.

OpenAIs Konter: „Apple is getting this wrong“

Am heutigen Dienstag schlug OpenAI zurück. Das Unternehmen veröffentlichte interne E-Mails und iMessage-Verläufe, um die Vorwürfe zu entkräften. Die Botschaft: Man habe weder Apples Geschäftsgeheimnisse noch Interesse daran.

Die veröffentlichten Nachrichten zeigen: Apple-Mitarbeiter baten Liu noch bis zum 5. März um Hilfe bei der Suche nach Informationen – Monate nach seinem Wechsel zu OpenAI. Für OpenAI ist das kein Diebstahl, sondern kollegiale Unterstützung. Zudem habe Tan sein Team ausdrücklich angewiesen, keine vertraulichen Daten früherer Arbeitgeber zu verwenden.

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Sicherheitslücken beim Offboarding

Der heikelste Punkt: Apples Umgang mit iCloud-Zugriffen. Mehr als ein halbes Dutzend Ex-Mitarbeiter behielt nach dem Ausscheiden Zugriff auf vertrauliche Dokumente – über private iCloud-Konten. Apple hatte seinen Angestellten 2 Terabyte Cloud-Speicher zur Verfügung gestellt.

Apple räumt inzwischen ein, dass versehentlicher Zugriff durch unvollständige Kontentrennung von gezieltem Diebstahl zu unterscheiden sei. An der Klage wegen vorsätzlicher Entwendung hält das Unternehmen dennoch fest.

Verfahrenspannen und Verwechslungen

OpenAI legte noch einen drauf: Ein Apple-Anwalt habe im Februar die falsche Person kontaktiert – asiatische Nachnamen wurden verwechselt. Statt eines Mitarbeiters namens Wang erreichte er einen Che Chang. Auch ein behauptetes Gespräch mit OpenAIs Chefjuristen habe nie stattgefunden – ein Punkt, den Apple inzwischen eingeräumt hat.

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Trotz der scharfen Töne signalisiert OpenAI Gesprächsbereitschaft. Das Gericht muss nun über die einstweilige Verfügung entscheiden. Der Ausgang dürfte richtungsweisend sein – für den Umgang mit Geschäftsgeheimnissen in der KI-Branche und die Frage, wer beim Schutz eigener Daten wirklich sorgfältig arbeitet.

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