NUFG-Entwurf, Schweizer

NUFG-Entwurf: Schweizer Nachhaltigkeitsgesetz spaltet Wirtschaft und NGOs

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 19:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der Bundesratsentwurf zur nachhaltigen Unternehmensführung stößt auf breite Ablehnung. Wirtschaft und NGOs kritisieren die Vorlage aus unterschiedlichen Gründen.

NUFG-Gesetz: Schweiz spaltet mit Nachhaltigkeitsentwurf
NUFG-Entwurf - Eine stilisiertes Schweizer Flaggenmotiv, das sich subtil in eine moderne Vorstandssitzung einfügt, um die Schnittstelle von Politik und Wirtschaft darzustellen. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juli zu Ende gegangen. Der Vorschlag des Bundesrates – ein indirekter Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative (KVI) – stößt auf deutliche Kritik. Wirtschaftsverbände und bürgerliche Parteien warnen vor Standortnachteilen, Befürwortern der Initiative gehen die Regeln nicht weit genug.

Wirtschaftsverbände schlagen Alarm

Wirtschaftsverbände wie economiesuisse, Swissmem und Swico lehnen den Entwurf entschieden ab. Sie kritisieren die hohen Kosten und die administrative Mehrbelastung für Unternehmen – besonders im internationalen Vergleich.

Im Fokus der Kritik stehen die Haftungsrisiken, die über die EU-Praxis hinausgehen. Konkret geht es um eine mögliche Verjährungsfrist von bis zu 20 Jahren und eine drohende Beweislastumkehr. Branchenvertreter der Handelskammer beider Basel und von Swico warnen vor Rechtsunsicherheit und gefährdeten Arbeitsplätzen.

Die vorgesehenen Sanktionen seien unverhältnismäßig, so economiesuisse: Bußen von bis zu 3 Prozent des Umsatzes, Gewinnabschöpfung und die mögliche Abberufung von Verwaltungsräten. Zwar adressiert das Gesetz formal große Unternehmen – doch die Verbände befürchten eine indirekte Belastung von KMU über die Lieferketten.

Politisch teilen SVP und FDP diese Ablehnung. Die FDP sieht einen gefährlichen Alleingang der Schweiz, der hiesige Firmen benachteilige. Die SVP spricht von einer direkten Umsetzung der abgelehnten KVI.

Linke und NGOs fordern strengere Regeln

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Am anderen Ende des Spektrums zeigen sich SP, GLP und die Initianten der KVI unzufrieden – allerdings aus entgegengesetzten Gründen. Die Maßnahmen seien unzureichend und wiesen Lücken im Vergleich zu internationalen Standards und EU-Regeln auf.

Fairtrade Max Havelaar unterstützt den Entwurf grundsätzlich, fordert aber Nachbesserungen. Sorgfaltspflichten könnten nur wirken, wenn strukturelle Ursachen wie Armut adressiert würden. Nötig seien faire Preise, existenzsichernde Einkommen und langfristige Handelsbeziehungen. Zudem fordern die Fachleute eine explizite Haftungsnorm und ein Verbot von Null-Toleranz-Klauseln bei Kinderarbeit – diese führten oft zum Rückzug aus Risikogebieten statt zu Verbesserungen vor Ort.

Schwellenwerte und vermittelnde Positionen

Der Entwurf sieht konkrete Schwellenwerte vor: Betroffen sind Unternehmen mit mindestens 5.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von über 1,5 Milliarden Franken. Der Schweizerische Städteverband begrüßt das Gesetz grundsätzlich, regt aber an, die Werte für Risikosektoren zu senken und die Transparenz bei der staatlichen Aufsicht zu erhöhen.

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Wirtschaftsverbände warnen: Die Haftungsrisiken des NUFG gehen über die EU-Praxis hinaus. Besonders KMU drohen unverhältnismäßige Sanktionen – von Bussen bis zur Abberufung von Verwaltungsräten. Dieser Leitfaden liefert konkrete Schutzmaßnahmen für Ihr Unternehmen. NUFG-Risiko-Check jetzt sichern

Die Mitte-Partei nimmt eine vermittelnde Position ein: Sie unterstützt die Ziele prinzipiell, bewertet die Maßnahmen im aktuellen Vorentwurf jedoch als zu weitgehend.

Der Bundesrat muss nun die eingegangenen Stellungnahmen auswerten. Angesichts der kontroversen Rückmeldungen aus allen Lagern gilt eine Überarbeitung der Vorlage als wahrscheinlich.

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