Luftfahrt-Strategie: Merz plant Entlastungen für 120.000 Beschäftigte
10.06.2026 - 10:20:13 | boerse-global.de
Bundeskanzler Friedrich Merz stellte die Pläne am heutigen Mittwoch auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin vor. Ziel der Kabinettsvorlage: Deutschland soll innerhalb der nächsten 15 Jahre zur führenden Luftfahrtnation aufsteigen.
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Teure Standortfaktoren belasten die Branche
Die Luftfahrt gilt als zentraler Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Über ein fünftel des Handels mit Staaten außerhalb der EU wird per Luftfracht abgewickelt. Trotz eines Beschäftigungsrekords von 120.000 Personen im Jahr 2024 steht die Branche unter massivem Kostendruck. Seit der Pandemie haben sich die Standortkosten teils verdoppelt.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert deutliche Entlastungen. Holger Lösch verlangte für den Verband niedrigere Luftverkehrsteuern sowie geringere Gebühren für Luftsicherheit und Flugsicherung. Zudem mahnte die Industrie einen umfassenden Bürokratieabbau an.
Der Bundestag hatte im Mai 2026 zwar die letzte Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurückgenommen – die Zustimmung des Bundesrates steht jedoch noch aus. Zusätzlich belasten gestiegene Kerosinkosten infolge des Iran-Konflikts die Unternehmen.
Luftfahrtriesen stemmen sich gegen CO2-Abgaben
Auf europäischer Ebene formiert sich Widerstand gegen eine mögliche Ausweitung der CO2-Kosten. In einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom 8. Juni warnten 15 Branchenvertreter – darunter die Chefs von Lufthansa, Air France-KLM, Ryanair und TUI.
Die Fluggesellschaften befürchten drastisch steigende Ticket- und Frachtpreise, sollte die EU-Kommission bei einer für Juli geplanten Überprüfung die Abgaben ausweiten. Die Unterzeichner plädieren stattdessen für das UN-System CORSIA, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Bundesregierung setzt dagegen auf Milliardenhilfen für synthetische Kraftstoffe. Das Ziel: die Dekarbonisierung des Sektors vorantreiben.
Neue Allianz für Kampfjet der sechsten Generation
Parallel zur zivilen Strategie zeichnen sich im Verteidigungsbereich tiefgreifende Veränderungen ab. Das gemeinsame Kampfjet-Projekt FCAS wurde nach neun Jahren aufgrund von Differenzen zwischen den Partnern eingestellt. Nun formiert sich eine neue Allianz.
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Unter dem Namen Team Gen 6 planen Airbus Defence and Space, Hensoldt, Liebherr und MTU Aero Engines die Entwicklung eines europäischen Kampfflugzeugs der sechsten Generation. Die Kooperation wurde auf der ILA präsentiert.
NRW setzt auf nachhaltige Antriebe
Das Land Nordrhein-Westfalen legte am 8. Juni eine eigene Strategie vor. Das Wirtschaftsministerium will NRW als Standort für nachhaltige Luftfahrttechnologien positionieren. Schwerpunkte sind wasserstoffbasierte und elektrische Antriebe.
Zur Unterstützung der Forschung im Rheinischen Revier stellt das Land 90 Millionen Euro bereit. Unternehmen und Forschungseinrichtungen können noch bis zum 24. Juni Projektvorschläge einreichen.
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