Konjunkturerwartungen: ZEW-Index springt um 20,7 Punkte nach oben
17.06.2026 - 07:23:46 | boerse-global.de
Der ZEW-Index legte im Juni um 20,7 Punkte auf plus 10,5 Zähler zu. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet.
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Hoffnung auf Ende des Iran-Konflikts
ZEW-Präsident Achim Wambach führt die überraschende Wende auf die Hoffnung auf ein mögliches Ende des Iran-Konflikts zurück. Das habe die Stimmung unter den rund 190 befragten Investoren und Analysten beflügelt.
Doch die aktuelle Lage bleibt trüb: Der Lageindikator sank um 3,2 Punkte auf minus 81,0 Zähler. „Die Erwartungen sind zwar erstmals seit dem Frühjahr wieder positiv", sagt Felicitas Henze von Deutsche Bank Research. „Eine tatsächliche wirtschaftliche Erholung braucht aber Zeit."
Eurozone zeigt ähnliches Bild
Auch in der Eurozone hellte sich die Stimmung auf. Die Konjunkturerwartungen stiegen um 18,6 Punkte auf plus 9,5 Zähler. Die aktuelle Lage bewerten die Experten mit minus 43,4 Punkten – ein leichter Rückgang um 2,0 Punkte.
Branchen: Auto und Chemie boomen, Bau leidet
Die Stimmung in den einzelnen Branchen entwickelt sich höchst unterschiedlich. Deutliche Zuwächse verzeichnen die Automobilbranche (plus 21,9 Punkte) und die Chemie- und Pharmaindustrie (plus 16 Punkte). Auch Maschinenbau (plus 9,2) und Privatkonsum (plus 11,7) legen zu.
Ein herber Rückschlag trifft die Bauwirtschaft: Ihr Erwartungswert stürzte um 15,2 Punkte ab. Grund ist die jüngste Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank vom 11. Juni, die Bauprojekte weiter verteuert.
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RWI senkt Wachstumsprognosen
Parallel zu den ZEW-Daten korrigierte das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung seine Prognosen nach unten. Für 2026 erwarten die Forscher nun ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent – im März waren es noch 0,9 Prozent. Für 2027 fiel die Korrektur deutlicher aus: von 1,2 auf 0,8 Prozent.
RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt nennt die Folgen des Iran-Krieges und den Energiepreisschock als Ursachen. Der Preisdruck verlagere sich zunehmend auf die gesamte Wirtschaft. Immerhin: Die Exporte stiegen im ersten Quartal um 3,3 Prozent.
Die Inflation bleibt hoch: Das RWI erwartet für 2026 eine Rate von 3,1 Prozent, für 2027 einen leichten Rückgang auf 2,9 Prozent. Der Preisdruck bleibt damit ein bestimmender Faktor für die Konjunktur in den kommenden Monaten.
