KI-Verordnung: Erste Transparenzpflichten ab 2. August 2026
06.07.2026 - 06:27:56 | boerse-global.de
Neue Regeln zur Entgelttransparenz, KI-Verordnung und Datensicherheit setzen Firmen unter Druck.
Webinare bereiten auf Entgelttransparenz vor
Das Institut für Wirtschaftspublizistik (IWW) hat für den 13. Juli 2026 vertiefende Webinare zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie angekündigt. Der Bedarf ist riesig: Unternehmen und Kanzleien kämpfen mit der Umsetzung der komplexen Vorgaben.
Die Zeit drängt. Der EU-Rat verabschiedete Ende Juni 2026 den „Digital Omnibus on AI“. Erste Transparenzpflichten gelten bereits ab dem 2. August 2026. Spezifische Verbote für Deepfakes folgen im Dezember 2026. Die Strafen sind happig: Bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Umsatzes drohen bei Verstößen.
EuGH zieht Grenzen bei Auskunftsbegehren
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. März 2026 (Az. C-526/24) bringt Klarheit bei missbräuchlichen Auskunftsanträgen. Unternehmen können einen ersten DSGVO-Antrag als exzessiv einstufen, wenn der Antragsteller unrechtmäßige Vorteile sucht.
Die neuen EU-Regeln zur künstlichen Intelligenz stellen Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Dokumentation und Risikobewertung. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen den nötigen Überblick über alle Fristen und Pflichten des EU AI Act. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Die Richter betonen: Alle Umstände des Einzelfalls sind maßgeblich. Auch systematisches Verhalten des Antragstellers darf herangezogen werden. Schadensersatz nach Artikel 21 DSGVO erfordert zudem den Nachweis eines konkreten Verstoßes, eines Schadens und eines Kausalzusammenhangs. Die bloße Schadensbefürchtung reicht nicht.
Abfindung gekippt: 415.000 Euro futsch
Das Arbeitsgericht Solingen (Az. 3 Ca 1629/25) entschied Mitte Juni 2026: Ein schwerer Compliance-Verstoß kann eine vertraglich vereinbarte Abfindung kosten. Ein Arbeitnehmer hatte private Bestellungen über das interne Einkaufssystem abgewickelt. Das Gericht wertete dies als Störung der Geschäftsgrundlage – der Mann verlor über 415.000 Euro.
NIS2: MFA und 15-Zeichen-Passwörter Pflicht
Seit Dezember 2025 gilt die NIS2-Richtlinie über das BSI-Gesetz. Unternehmen in 18 kritischen Sektoren müssen weitreichende Sicherheitsmaßnahmen umsetzen. Experten empfehlen Mehrfaktor-Authentifizierung und Passwortlängen von mindestens 15 Zeichen. Eine erzwungene regelmäßige Passwortrotation sei dagegen kontraproduktiv.
Neben strengen IT-Vorgaben fordern neue Gesetze auch eine lückenlose Dokumentation aller Datenverarbeitungen im Unternehmen. Mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage erstellen Sie Ihr rechtssicheres Verarbeitungsverzeichnis zeitsparend und vermeiden Bußgelder von bis zu 2 % des Jahresumsatzes. Kostenlose Muster-Vorlage für das Verarbeitungsverzeichnis herunterladen
Datentransfer in die USA wackelt
Ein Urteil des US Supreme Court zur Unabhängigkeit der Federal Trade Commission könnte das EU-US Data Privacy Framework kippen lassen. Fachleute raten Unternehmen, Datenflüsse genau zu dokumentieren und Verschlüsselungstechnologien zu verstärken. Fallback wären Standardvertragsklauseln und Transfer Impact Assessments.
Informationsfreiheit: Koalition plant Reform
Ein Beschluss des Koalitionsausschusses von Anfang Juli 2026 sieht vor, Auskunftsrechte nach dem Informationsfreiheitsgesetz stärker an ein berechtigtes Interesse zu binden. Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider kritisierte die Pläne scharf. Sie warnt vor einer Einschränkung demokratischer Kontrollrechte.
