Systeme, Ifo-Umfrage

KI in Unternehmen: 54,4% nutzen bereits Systeme – HR investiert massiv

06.06.2026 - 12:02:56 | boerse-global.de

Ifo-Umfrage belegt sprunghaften Anstieg der KI-Nutzung in deutschen Firmen. Besonders das Baugewerbe und die Industrie treiben die Entwicklung voran.

KI-Boom in Deutschland: Ifo-Studie zeigt rasanten Anstieg der Nutzung
Unternehmen - Geschäftsleute in einem modernen Büro, die um eine holographische Projektion von KI-Daten und Symbolen zusammenarbeiten. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts vom 5. Juni. Im Vorjahr lag der Wert noch bei etwa 41 Prozent – ein Anstieg um über 13 Prozentpunkte.

Besonders dynamisch zeigt sich die Entwicklung bei Großunternehmen. Von ihnen haben bereits 67,2 Prozent KI-Lösungen implementiert. Bei kleinen Unternehmen liegt die Quote bei 51,2 Prozent, während mittlere Betriebe mit 47,2 Prozent etwas zurückliegen.

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Industrie und Baugewerbe treiben den Wandel

Die Industrie führt das Ranking mit 58,7 Prozent an, dicht gefolgt vom Dienstleistungssektor mit 56,2 Prozent. Im Handel nutzen 45 Prozent der Betriebe die Technologie.

Eine Überraschung liefert das Bauhauptgewerbe: Hier stieg der Anteil der KI-Nutzer innerhalb von drei Jahren von rund 7 Prozent auf aktuell 39,8 Prozent. Kaum eine Branche verzeichnet eine solche Dynamik.

Die praktischen Einsatzfelder sind vielfältig. Unternehmen setzen KI vorrangig in der Verwaltung, bei der Datenanalyse und beim Programmieren ein. Auch für den Schriftverkehr und die gezielte Informationssuche kommen die Systeme regelmäßig zum Einsatz. Rund 73 Prozent der Betriebe greifen dabei auf kostenpflichtige externe Lösungen zurück, etwa 18,7 Prozent entwickeln eigene Anwendungen.

Fachkräftemangel wird zur Bremse – besonders für den Mittelstand

Doch der Boom hat eine Schattenseite: Die fehlende KI-Kompetenz entwickelt sich zum neuen Engpass am Arbeitsmarkt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Mitarbeiter zu finden oder auszubilden, die KI produktiv einsetzen und deren Ergebnisse kritisch prüfen können.

Werden Risiken nicht erkannt oder Fähigkeiten nicht systematisch aufgebaut, drohen Tempoverluste und eine wachsende Abhängigkeit von externen Dienstleistern.

Um diesem Bedarf zu begegnen, startete der Bundesverband für KI-Transformation am 5. Juni die Venture AI Academy. Die Initiative bietet strukturierte Weiterbildungen für den Mittelstand an – mit Schwerpunkten wie AI Leadership, EU AI Act, Compliance und Cybersicherheit.

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Spareffekte bleiben oft hinter den Erwartungen

Eine weltweite Untersuchung von Bain unter 951 Unternehmen vom 4. Juni zeigt: Die erhofften Kosteneinsparungen durch KI lassen oft auf sich warten. Während rund 37 Prozent der Firmen Einsparungen von mehr als 30 Prozent anstrebten, erreichten fast 40 Prozent bisher weniger als 10 Prozent.

Die größten Hürden: die Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Daten und ein hoher Anteil manueller Kontrollprozesse. Nur 7 Prozent der Unternehmen setzen KI-Agenten bereits vollständig autonom ein. Bei 38 Prozent muss jede Aktion der KI weiterhin manuell durch Mitarbeiter bestätigt werden.

Laut der Studie erzielen Unternehmen mit einer disziplinierten Datenstrategie den höchsten Return on Investment.

Personalabteilungen investieren – doch die Belegschaft ist skeptisch

Auch in den Personalabteilungen gewinnt das Thema an Fahrt. Einer aktuellen Befragung zufolge investieren 48 Prozent der deutschen HR-Verantwortlichen in KI-Lösungen – im Vorjahr waren es 38 Prozent. Der Handlungsdruck steigt auch durch regulatorische Vorgaben wie den EU AI Act.

Inzwischen verfügen 47 Prozent der Arbeitgeber über interne KI-Richtlinien, und 44 Prozent investieren gezielt in die Weiterbildung ihrer Belegschaft.

Doch die Akzeptanz in der Breite bleibt eine Baustelle. Einer BCG-Studie zufolge bewerten in Deutschland nur 51 Prozent der Beschäftigten die Auswirkungen von KI auf ihren Arbeitsalltag positiv. Das liegt deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 57 Prozent.

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