Pflegefachkräfte, Mindestlohn

Pflegefachkräfte: Mindestlohn steigt auf 21,03 Euro ab Juli

06.06.2026 - 12:07:25 | boerse-global.de

Deutschland erhöht Mindestlohn auf 13,90 Euro, während in der Schweiz ein Referendum droht und Vietnam über regionale Lohnzonen diskutiert.

Mindestlohn 2026: Deutschland, Schweiz und Vietnam im Vergleich
Pflegefachkräfte - Hände tauschen Münzen und Geldscheine vor einer verschwommenen Karte von Europa mit angedeuteten Ländergrenzen. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch die Diskussionen um Lohnuntergrenzen und regionale Unterschiede beschäftigen auch die Schweiz und Vietnam.

Deutschland: Neue Lohnschwellen ab Januar

Ab dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland der erhöhte Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Die Minijob-Grenze steigt dynamisch auf 603 Euro monatlich beziehungsweise 7.236 Euro jährlich. Für Midijobs gilt künftig ein Bereich zwischen 603,01 Euro und 2.000 Euro.

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Die Pflegebranche bekommt eigene Steigerungen: Ab Juli 2026 steigen die Mindestsätze für Pflegefachkräfte auf 21,03 Euro, für Assistenzkräfte auf 16,52 Euro. Weitere Anpassungen sind für Mitte 2027 geplant.

EU-Richtlinie sorgt für Druck

Die Bundesregierung hat die EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpasst. Der Umsetzungstermin war der 7. Juni 2026 – doch innerhalb der Koalition gab es Unstimmigkeiten. Arbeitsrechtler warnen vor steigenden Klagerisiken für Arbeitgeber.

Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zeigte bereits die Richtung: Ein einziger besser bezahlter männlicher Kollege kann ausreichen, um einen Verdacht auf Entgelt-Diskriminierung zu begründen.

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Schweiz: Gewerkschaften kündigen Referendum an

Der Schweizer Gewerkschaftsbund (SGB) hat am 5. Juni 2026 ein Referendum angekündigt. Streitpunkt ist eine Gesetzesänderung, die vorsieht, dass allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge Vorrang vor kantonalen Mindestlöhnen erhalten.

Der SGB spricht von einem Tabubruch. Kantonale Mindestlöhne wie in Genf (24,59 CHF) oder im Tessin (20 CHF) seien wichtige soziale Sicherungsnetze. Die endgültige parlamentarische Abstimmung ist für den 19. Juni 2026 geplant.

Verdi weitet Warnstreiks aus

Unabhängig vom gesetzlichen Mindestlohn fordert Verdi im Einzel- und Großhandel einen Mindeststundenlohn von 14,90 Euro plus Entgelterhöhungen von 7 Prozent. Die Arbeitgeber bieten deutlich weniger bei längeren Laufzeiten. Betroffen sind Ketten wie Rewe, Edeka, Lidl und Kaufland.

Bei den Versorgungsbetrieben gibt es bereits eine Einigung: Rund 135.000 Beschäftigte bei Stadtwerken sowie Energie- und Wasserversorgern erhalten ab 1. Juni 1,25 Prozent mehr Gehalt. Die Spanne liegt zwischen 2.604 Euro und über 9.900 Euro, gültig bis März 2027.

Vietnam: Kritisierte Zonenregelung

Auch außerhalb Europas gibt es Diskussionen um regionale Lohnunterschiede. In Vietnam gelten vier verschiedene Mindestlohnzonen mit Sätzen zwischen 3,7 Millionen und 5,31 Millionen VND pro Monat.

Gewerkschaftsvertreter kritisieren, dass Arbeitnehmer in benachbarten Gebieten trotz gleicher Lebenshaltungskosten unterschiedlich bezahlt werden. Ihr Ziel: ein existenzsichernder Lohn statt einer starren geografischen Aufteilung. Eine Anpassung für 2027 wird derzeit geprüft.

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