Arbeitsmarkt Juni: 192.700 offene Stellen, aber IKEA baut 233 Posten ab
06.06.2026 - 12:02:56 | boerse-global.de
Mehr als 192.000 offene Stellen bundesweit – und trotzdem baut IKEA in Dortmund massiv ab. Der Arbeitsmarkt zeigt Anfang Juni 2026 ein gespaltenes Bild.
Medizin und Technik: Wo die Nachfrage tobt
Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit listet am 6. Juni 192.704 Ausschreibungen. Besonders gefragt: Ärzte. Das Portal praktischArzt zählt über 10.300 offene Positionen für Mediziner. Kliniken suchen vor allem Fachärzte für Innere Medizin, aber auch Assistenzärzte in Nephrologie und Psychiatrie.
Im Handwerk und technischen Bereich bleibt die Lage ähnlich. Industrieelektriker, Elektroniker und Bau-Fachkräfte dominieren die regionalen Listen. Das Baugewerbe hat laut Mai-Statistiken die längsten Vakanzzeiten, dicht gefolgt von Landwirtschaft und Gastgewerbe. Die meisten offenen Stellen absolut? Der Verkauf.
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Akademiker gefragt: Von Physik bis Pressesprecher
Für Hochqualifizierte gibt es reichlich Optionen. Der Stellenmarkt der ZEIT führt am 6. Juni 513 Angebote – vor allem aus der Wissenschaft. Gesucht werden Professuren für Theoretische Festkörperphysik, Pflanzenökologie und Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung.
Im Management sind Positionen für die Geschäftsführung der Congress und Messe Innsbruck ausgeschrieben, ebenso Bereichsleitungen im Vertrieb für Zentral- und Nordeuropa. Die bundeseigene Germany Trade & Invest sucht seit dem 4. Juni eine stellvertretende Pressesprecherleitung.
IKEA streicht 233 Stellen in Dortmund
Trotz der hohen Nachfrage gibt es harte Einschnitte. Am Standort Dortmund-Ellinghausen plant der Möbelkonzern den Abbau von 233 Stellen. Rechtsexperten verweisen auf mögliche Ansprüche der Betroffenen – Kündigungsschutz und Sozialauswahl stehen im Raum.
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Ausbildungskrise: NRW fehlen 40.000 Abiturienten
Parallel verschärft sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Die Niederrheinische IHK legt einen Handlungsplan vor, um die Ausbildungslücke in Duisburg sowie den Kreisen Wesel und Kleve zu schließen. Zahlreiche Plätze bleiben unbesetzt.
Besonders kritisch: die Umstellung auf das neunjährige Gymnasium (G9) in Nordrhein-Westfalen. Im laufenden Jahr fehlen dadurch rund 40.000 Abiturienten. Hochschulen haben eine bundesweite Kampagne gestartet, um Studierende aus anderen Ländern anzuwerben.
Messen und Expansion: Firmen gehen in die Offensive
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzen Unternehmen auf Präsenz. Auf der 26. Berufsmesse in Diepholz präsentieren Betriebe am 5. und 6. Juni ihre Ausbildungsangebote. Auch die Hochschule Kaiserslautern führt Anfang Juni eine Firmenkontaktmesse durch – Ingenieurwissenschaftler treffen direkt auf Arbeitgeber.
Im Einzelhandel sorgt eine US-Kette für neue Jobs. Bath & Body Works eröffnet am 11. Juni seine bislang größte deutsche Filiale im Centro Oberhausen. Es ist der dritte Standort des Unternehmens in Deutschland, nach München und Köln.
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