Ifo-Reformpaket, Milliarden

Ifo-Reformpaket: 60 Milliarden Euro Einsparungen durch Kürzungen

17.06.2026 - 09:30:18 | boerse-global.de

Ifo-Forscher fordern massive Einschnitte bei Elterngeld, Rente und Subventionen, um die Staatsverschuldung zu senken.

Ifo-Institut: 60-Milliarden-Sparpaket durch Sozialkürzungen
Ifo-Reformpaket - Ein stilisiertes Bild einer Haushalts-Tabelle mit roten Linien, die Kürzungen anzeigen, und einem Stapel deutscher Euro-Münzen. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Wirtschaftsforscher legen ein Reformpaket vor, das vor allem bei Sozialleistungen und Subventionen ansetzt. Ziel ist es, die steigende Staatsverschuldung zu bremsen.

Elterngeld nur noch für Geringverdiener

Ein besonders kontroverser Vorschlag betrifft das Elterngeld. Das Institut empfiehlt, die Einkommensgrenze von derzeit 175.000 Euro auf 50.000 Euro zu senken. Nur wer weniger verdient, soll künftig noch Anspruch auf die Leistung haben. Die Berechnungen der Forscher ergeben eine jährliche Ersparnis von rund drei Milliarden Euro. Zum Vergleich: Für 2026 hat der Bund insgesamt 7,5 Milliarden Euro für das Elterngeld eingeplant.

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Rentenreform mit doppeltem Hebel

Noch tiefer greifen die Vorschläge zur Rente. Die Mütterrente soll innerhalb von vier Jahren um die Hälfte gekürzt werden. Zudem sollen die jährlichen Rentenanpassungen künftig an die Inflationsrate gekoppelt werden – nicht mehr an die Lohnentwicklung. Der Sachverständigenrat hatte diese Idee bereits ins Spiel gebracht. Zusammen mit der Mütterrenten-Kürzung ergibt sich ein Einsparpotential von rund 20 Milliarden Euro.

Subventionen unter den Rasenmäher

Auch bei den Finanzhilfen des Bundes will das Ifo-Institut massiv kürzen. Die Forscher schlagen eine pauschale Reduzierung um 60 Prozent vor – verteilt auf vier Jahre. Das entspricht jährlich 15 Prozent weniger Subventionen. Bis 2030 sollen so Entlastungen von 31 Milliarden Euro zusammenkommen.

Rechnet man Rentenreform, Elterngeld-Kürzung und Subventionsabbau zusammen, ergeben sich Einsparungen von 54 Milliarden Euro. Weitere sechs Milliarden sollen durch die Förderung wachstumswirksamer Investitionen hinzukommen.

Düstere Prognose ohne Reformen

Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt vor den Folgen, wenn nichts passiert. Ohne Reformpakete drohe die Staatsquote auf über 54 Prozent zu steigen. Das Staatsdefizit könnte sich bis Ende des Jahrzehnts auf 310 Milliarden Euro verdoppeln. Die Schuldenquote würde in diesem Szenario auf 76,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen ließe sich die Nettokreditaufnahme dagegen deutlich senken und die Schuldenquote bei rund 74 Prozent stabilisieren.

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Politischer Streit ist programmiert

Die Reaktionen aus der Politik ließen nicht lange auf sich warten. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann begrüßte die pauschalen Subventionskürzungen und sprach sich für die sogenannte Rasenmäher-Methode aus.

Widerspruch kommt aus den eigenen Reihen. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) lehnt die Absenkung der Einkommensgrenze beim Elterngeld ab. Auch CSU-Chef Markus Söder erteilte den Plänen eine Absage. Die vorgeschlagenen Änderungen bei Rente und Elterngeld trage er nicht mit.

Die Debatte läuft vor dem Hintergrund der Haushaltsplanungen für 2027. Der Entwurf soll am 6. Juli im Bundeskabinett beschlossen werden. Ifo-Präsident Fuest drängt auf schnelle Entscheidungen. Nur so lasse sich die finanzielle Stabilität des Bundes langfristig sichern.

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