Tankrabatt: 100–200 Millionen Euro versickerten bei Kunden
17.06.2026 - 09:30:18 | boerse-global.de
Die Monopolkommission hat die Weitergabe der Steuersenkung untersucht.
Die staatliche Entlastung von 16,7 Cent pro Liter kam nur teilweise bei den Kunden an. Zwischen 15 und 16 Cent gaben die Tankstellen weiter. Bei einem Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Euro ergibt sich eine Differenz von 100 bis 200 Millionen Euro.
Das Geld floss nicht an die Verbraucher.
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Große regionale Unterschiede
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Im Nordwesten gaben Tankstellen 16,7 bis 17,3 Cent pro Liter weiter – teilweise mehr als die Steuererleichterung. Im Osten lagen die Werte bei 16 bis 16,4 Cent.
Besonders schlecht schnitt der Süden ab. Hier kamen nur 13,3 bis 14,9 Cent pro Liter bei den Autofahrern an.
Das Ifo-Institut bestätigt die Beobachtungen. Florian Neumeier betonte, dass vor allem Dieselkäufer benachteiligt wurden. In vier von sechs untersuchten Wochen fiel die Entlastung niedriger aus als rechnerisch möglich.
Wettbewerbsprobleme als Ursache
Die Monopolkommission sieht strukturelle Probleme auf Ebene der Raffinerien und des Großhandels. Auch der ADAC kritisiert die Wettbewerbsdefizite in diesen Sektoren.
Der Wirtschaftsverband en2x widerspricht. Die Branche teilt die Einschätzung der Wettbewerbshüter nicht.
Die Kommission begrüßt das planmäßige Auslaufen der Maßnahme Ende Juni. Die Rahmenbedingungen hätten eine vollständige Entlastung offenbar nicht gewährleistet.
Preise nähern sich Vorkrisenniveau
Anzeige: Dieselkäufer wurden laut Ifo-Institut systematisch benachteiligt – in vier von sechs Wochen fiel die Entlastung niedriger aus als möglich. Wenn auch Sie das Gefühl haben, zu viel bezahlt zu haben, hilft Ihnen dieser Leitfaden weiter: Er erklärt, welche rechtlichen Schritte möglich sind und wie Sie Ihre Ansprüche geltend machen können. Rechtliche Schritte prüfen – Leitfaden anfordern
Trotz der Kritik zeigen die aktuellen Zahlen eine positive Entwicklung. Am 15. Juni kostete ein Liter Diesel im Schnitt 1,816 Euro, Super E10 lag bei 1,868 Euro. Das entspricht in etwa dem Niveau vor dem Ukraine-Krieg.
Experten führen die Entspannung auch auf den Ölmarkt zurück. Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran trug zur Beruhigung bei.
Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni rechnen Beobachter mit weiteren Preisbewegungen an den Zapfsäulen.
