Hitzewellen, Krankenstand

Hitzewellen treiben Krankenstand: +10,8% bei 7 Tagen Hitze

11.06.2026 - 13:40:19 | boerse-global.de

Krankheitsbedingte Fehlzeiten steigen rasant, belasten Schulen und Unternehmen. Psychische Erkrankungen sind Hauptgrund für Langzeitausfälle.

Krankheitsausfälle in Deutschland und Schweiz: Schulen und Firmen stark betroffen
Hitzewellen - Eine müde Lehrkraft sitzt in einem warmen Klassenzimmer, umgeben von Papierstapeln, die Überlastung und Stress symbolisieren. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders Schulen und Unternehmen leiden unter den Ausfällen.

Ein aktueller Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) in Basel zeigt: Die krankheitsbedingten Ausfälle unter Lehrkräften sind seit 2020 um 27 Prozent gestiegen. Für Stellvertretungen an Volksschulen gab der Kanton 2024 rund 14,8 Millionen Franken aus – fast doppelt so viel wie 2018.

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Hitze in Klassenzimmern und überlastete Lehrer

Die GPK kritisiert zudem den mangelhaften Hitzeschutz in Schulgebäuden. Der Verband der Lehrpersonen sieht eine generelle Überlastung der Beschäftigten als Ursache. Das Erziehungsdepartement hat eine Umfrage gestartet, Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Erste Maßnahmen sind für 2027 geplant.

Trotz Rekord-Anmeldezahlen an pädagogischen Hochschulen für das Herbstsemester warnen Verbände vor verfrühtem Optimismus. Ein signifikanter Teil der Berufseinsteiger verlässt das Feld innerhalb der ersten fünf Jahre wieder.

Präsentismus: Teurer als Fehlen

Neben den Fehlzeiten belastet Präsentismus die Wirtschaft massiv. Laut Harvard Business Review verursacht das Arbeiten trotz Krankheit in US-Unternehmen jährliche Kosten von rund 150 Milliarden Dollar. In Deutschland übersteigen die Kosten durch eingeschränkte Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz sogar die durch vollständige Fehlzeiten.

Psychische Erkrankungen sind zur häufigsten Ursache für Langzeiterkrankungen geworden – das zeigen Daten der Techniker Krankenkasse von 2023. Experten raten zur Prävention durch Bewegung: Bereits 150 Minuten Sport pro Woche senken das Risiko für Depressionen deutlich.

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Hitzewellen treiben Krankenstand

Der Klimawandel wird zum Gesundheitsrisiko für Beschäftigte. Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung wertete Daten von 9,7 Millionen AOK-Versicherten aus (2007 bis 2020). Ergebnis: An Tagen über 30 Grad steigen die Krankmeldungen um 3,5 Prozent. Hält eine Hitzewelle sieben Tage an, erhöht sich die Quote um 10,8 Prozent.

Besonders betroffen sind Transport, Logistik, Fertigung und der Bausektor. Eine dreitägige Hitzewelle verursacht laut Studie allein durch Lohnfortzahlung Zusatzkosten von rund 32 Millionen Euro.

Milliardenloch in der Krankenversicherung

Die steigenden Gesundheitsausgaben belasten auch das deutsche Gesundheitssystem. Das Defizit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll 2027 laut Prognosen des Bundesgesundheitsministeriums bei 18,8 Milliarden Euro liegen – deutlich mehr als erwartet.

Gestern demonstrierten in Hannover mehr als 8.000 Menschen gegen das geplante Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht zwar Entlastungen vor, lässt aber eine Finanzierungslücke von 2,5 Milliarden Euro offen. Kliniken warnen vor Erlöskürzungen und drohenden Insolvenzen. Bereits von 2023 bis 2025 meldeten 90 Klinikenn mit insgesamt 39.000 Beschäftigten Insolvenz an. Der Bundestag berät morgen über das Spargesetz.

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