Hitze, Arbeitsplatz

Hitze am Arbeitsplatz: Ab 30°C müssen Arbeitgeber handeln

30.05.2026 - 01:17:36 | boerse-global.de

Neue BAuA-Vorgaben präzisieren Gefährdungsbeurteilung psychischer Faktoren. Technische Assistenzsysteme und Hitzeschutzregeln ergänzen die Maßnahmen.

Hitze am Arbeitsplatz: Ab 30°C müssen Arbeitgeber handeln - Foto: über boerse-global.de
Hitze am Arbeitsplatz: Ab 30°C müssen Arbeitgeber handeln - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat neue Richtlinien veröffentlicht, die sowohl psychische Belastung als auch Sicherheit in automatisierten Umgebungen betreffen. Technologische Assistenzsysteme und innovative Bürokonzepte treiben den Wandel zusätzlich voran.

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Psychische Belastung wird messbar

Ein aktualisiertes Handbuch der BAuA präzisiert die Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung psychischer Faktoren. Grundlage ist das Arbeitsschutzgesetz, das bereits seit 2013 in Paragraf 5 die Berücksichtigung psychischer Belastung fordert. Die Behörde orientiert sich dabei an der Norm DIN EN ISO 10075-1.

Zu den wesentlichen Gestaltungszielen gehören ein angemessener Handlungsspielraum, die Kontrolle der Arbeitsmenge sowie soziale Unterstützung. Auch die zeitliche Gestaltung wird als kritisch eingestuft – etwa durch geregelte Pausen und eine Begrenzung auf maximal drei aufeinanderfolgende Nachtschichten.

Ausgezeichnete Ergonomie: TriMax gewinnt Award

Neben regulatorischen Vorgaben treiben technische Innovationen die Ergonomie voran. Die Andreas KARL GmbH & Co. KG wurde im Mai 2026 mit dem „ElectroTEC Pioneer Award“ in der Kategorie Design & Manufacturing geehrt. Die Auszeichnung erhielt das Unternehmen für sein Arbeitsplatzsystem TriMax.

Mittelständische Unternehmen setzen parallel auf ganzheitliche Bürokonzepte. Die AMW GmbH realisierte ein Open-Space-Konzept mit ergonomischen Möbeln von Wilkhahn und NARBUTAS. Neben höhenverstellbaren Tischen und ergonomischen Stühlen liegt ein Schwerpunkt auf Akustikplanung und gezielter Lichtgestaltung.

Assistenzsysteme machen Logistik sicherer

In der Intralogistik rückt die ergonomische Entlastung durch technische Assistenzsysteme in den Fokus. Der Hersteller Hyster stellte ein neues Dashboard zur Fußgängererkennung vor. Das System basiert auf Kameratechnologie und identifiziert Personen im Umkreis von bis zu fünf Metern.

Bei drohenden Kollisionen warnt das System die Fahrer akustisch und visuell. Es kann sogar automatische Bremsimpulse auslösen. Das soll die psychische Belastung durch potenzielle Unfallrisiken senken.

Clark präsentierte zeitgleich fünf neue Modelle von Elektro-Niederhubwagen. Die Geräte mit Tragfähigkeiten von 1.500 bis 2.000 Kilogramm nutzen wartungsfreie Lithium-Ionen-Batterien. Das Modell RPE20 ist mit einer klappbaren Fahrerstandplattform ausgestattet und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 10 km/h – das reduziert lange Laufwege in Lagern.

Hitzeschutz am Arbeitsplatz: Das müssen Arbeitgeber beachten

Ein weiterer Aspekt betrifft den Umgang mit klimatischen Belastungen. Die BAuA verweist auf die Pflichten der Arbeitgeber bei hohen Temperaturen. Ab einer Raumtemperatur von mehr als 26 Grad Celsius sollen erste Maßnahmen ergriffen werden. Ab 30 Grad Celsius ist ein Eingreifen zwingend erforderlich.

Steigen die Werte auf über 35 Grad Celsius, gilt ein Raum ohne Schutzmaßnahmen als ungeeignet für die Arbeit. Empfohlen werden technische Lösungen wie Jalousien oder Ventilatoren sowie organisatorische Anpassungen durch Gleitzeitregelungen.

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Frauengesundheit und Stadtplanung im Fokus

Die Relevanz geschlechtsspezifischer Ergonomie wird zunehmend thematisiert. Für den 23. Juni 2026 ist ein Workshop angekündigt, der sich speziell mit Ergonomie und Frauengesundheit im Arbeitsalltag befasst. Diskutiert werden sollen individuelles Sitzverhalten und notwendige Anpassungen der Arbeitsumgebung.

Auch in der Stadtplanung schlagen sich diese Trends nieder. Im Architektur-Wettbewerb für das Stadthaus-Areal in Bonn setzte sich ein Entwurf der SCOPE Architekten durch. Das Projekt kombiniert Wohnraum, Gastronomie und eine Kindertagesstätte mit sanierten Arbeitsflächen – eine Antwort auf das moderne Bedürfnis nach enger Verzahnung von Lebens- und Arbeitswelten.

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