Greenwashing-Verbot, Regeln

Greenwashing-Verbot: Österreich schärft Regeln ab September

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 16:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: 61% der Führungskräfte erwarten durch grüne Technologien bald deutliche Umsatzsteigerungen.

Nachhaltige Innovationen: Aurubis, KI und E-Lkw im Fokus
Greenwashing-Verbot - Eine hochmoderne Recyclinganlage mit komplexen Maschinen und hellen Lichtern, die Materialien verarbeitet und Nachhaltigkeit symbolisiert. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Studie der Beratungsfirma Protiviti zeigt: 61 Prozent der Führungskräfte erwarten innerhalb von zwei bis drei Jahren erhebliche Umsatzsteigerungen durch nachhaltige Innovationen.

Milliarden-Investition in Recycling

Der Hamburger Multimetall-Anbieter Aurubis hat seine neue „Complex Recycling Hamburg"-Anlage eröffnet. 190 Millionen Euro flossen in den Standort, der jährlich 30.000 Tonnen Recyclingmaterial verarbeitet. Gewonnen werden Kupfer, Edelmetalle und Schwefelsäure. Die EU förderte das Projekt im Rahmen des Critical Raw Materials Act.

Auch im Baugewerbe tut sich was. Das Berliner Startup ecopals ersetzt Neukunststoffe im Asphalt durch Recyclingpolymere. Über 40 Projekte in sieben Ländern laufen bereits. Die CO?-Einsparung: bis zu 20 Prozent. Für das dritte Quartal 2026 strebt das Unternehmen die Umweltproduktdeklaration an.

Parallel dazu setzt der Baukonzern PORR in Wien auf emissionsarmen Zement. Bei einem Schulbauprojekt sollen bis September 2028 rund 36.000 Kubikmeter Beton verbaut werden. Die CO?-Einsparung im Vergleich zum Branchendurchschnitt: rund 4.200 Tonnen.

KI optimiert Stoffkreisläufe

Der Green AI Hub treibt nachhaltige KI-Anwendungen voran. Seit 2023 startete die Initiative mehr als 20 Projekte. Ergebnis: eine jährliche Reduktion des Materialeinsatzes um 320 Tonnen. Drei Viertel der beteiligten Unternehmen planen Folgeprojekte. Der Grund: Die Investitionen amortisieren sich oft innerhalb von zwei bis drei Jahren.

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Im Textilbereich setzt das Startup reverse.fashion auf KI-gestützte Sortierung. Der High-Tech Gründerfonds gab dafür eine siebenstellige Finanzierung. Die Produktivität bei der Altkleider-Sortierung steigt um 40 Prozent. Das adressiert einen zentralen Engpass in der Textilkreislaufwirtschaft.

E-Lkw auf der Überholspur

In der Logistik zeigen Pilotprojekte von Mars und REWE: Elektromobilität ist wirtschaftlich. 47 E-Lkw fahren zwischen Produktionsstätten in Deutschland und den Niederlanden sowie über 300 Märkte. Ergebnis: 750.000 Liter Diesel eingespart. Die Unternehmen betonen die Stabilität der Stromkosten im Vergleich zu volatilen Dieselpreisen.

Auch der Energiekonzern OMV stellt sich neu auf. Zum 70-jährigen Bestehen fokussiert das Unternehmen auf Chemie, nachhaltige Kraftstoffe und Erdgas. 2025 soll eine ReOil-Anlage im industriellen Maßstab sowie eine große Elektrolyseanlage für grünen Wasserstoff in Betrieb gehen.

In der Pharmabranche meldet Piramal Pharma für das Geschäftsjahr 2026 eine Treibhausgas-Reduktion um über 22 Prozent im Vergleich zum Stand von vor vier Jahren. Gleichzeitig wuchs der Umsatz auf 8.869 Crore Rupien.

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Strengere Regeln gegen Greenwashing

Der gesetzliche Rahmen wird deutlich enger. Der österreichische Nationalrat hat eine Novelle verabschiedet, die ab dem 27. September 2026 eine strikte Begründungspflicht für Umweltbehauptungen vorsieht. Das Gesetz verbietet irreführende Werbung und geplante Obsoleszenz. Hersteller müssen Reparaturmöglichkeiten über sieben bis zehn Jahre sicherstellen.

Die Unternehmen reagieren bereits. Ein Monitoring der Schweizer Großkonzerne zeigt: 43 von 47 untersuchten Firmen des SMI-Expanded-Index lassen ihre Nachhaltigkeitsberichte extern prüfen. Internationale Standards wie die der Global Reporting Initiative dominieren.

Trotz der Fortschritte im privaten Sektor warnt ein UN-Bericht für 2026 vor einer massiven Finanzierungslücke bei den globalen Nachhaltigkeitszielen. Nur 36 Prozent der Ziele sind auf Kurs. Besonders die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit sind zuletzt deutlich zurückgegangen.

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