Explosionsschutz: Software ersetzt teure Berater ab 29 Euro
07.06.2026 - 22:51:52 | boerse-global.de
Eine neue Softwarelösung digitalisiert die gesetzlich vorgeschriebenen Explosionsschutzdokumente – und erste Betriebe bestehen damit bereits Audits der Berufsgenossenschaften.
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Dynamische Akte statt verstaubter Ordner
Mehr als 25.000 Betriebe im DACH-Raum fallen unter die ATEX-Richtlinien. Sie müssen ein Explosionsschutzdokument nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) führen. Bisher hieß das: teure Vor-Ort-Begehungen durch externe Berater.
Die neue Lösung, derzeit in der Beta-Phase, macht Schluss damit. Statt statischer Dokumente entsteht eine dynamische Akte, die sich innerhalb eines Nachmittags einrichten lässt. Änderungen im Betrieb fließen sofort in die Sicherheitsbewertung ein. Die Software ist speziell auf Bäckereien, Schreinereien und Mühlen zugeschnitten. Die Daten lagern DSGVO-konform auf Servern in Deutschland.
Deutlich günstiger als der Berater vor Ort
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist das vor allem eine Frage des Geldes. Eine klassische Begehung kostet zwischen 975 und 8.000 Euro. Die digitale Alternative setzt auf monatliche Tarife: ab 29 Euro für Einzelstandorte, bis 149 Euro für Multi-Standort-Lösungen.
In der Einführungsphase gibt es 50 Prozent Rabatt fürs erste Jahr. Ziel ist klar: Die Hürden für rechtskonformen Arbeitsschutz senken.
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2026 wird teuer für Nachlässige
Doch der Explosionsschutz ist nur ein Teil der Compliance-Pflichten. 2026 müssen Unternehmen weitere Fristen beachten. Die GoBD-konforme Archivierung verlangt seit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV (2025) acht Jahre Aufbewahrung für Buchungsbelege, zehn Jahre für Jahresabschlüsse.
Hinzu kommt die NIS2-Richtlinie. Seit Oktober 2024 gilt sie für Unternehmen ab bestimmter Größe in kritischen Sektoren. Die Strafen sind happig: Bei Verstößen gegen IT-Sicherheitsvorgaben drohen bis zu 10 Millionen Euro. Für GoBD-Verstöße sind es bis zu 25.000 Euro.
Roboter ergänzen die Software
Parallel zur digitalen Dokumentation drängen robotische Systeme in die Sicherheitsüberwachung. Auf der INTERSCHUTZ 2026 zeigten Hersteller vierbeinige Roboter mit Wärmebildkameras und Gasdetektion. Sie überwachen gefährliche Umgebungen autonom.
Auch die Bauwirtschaft setzt auf Kombinationen aus stationärer Sensorik und mobilen Robotern. Der Trend ist klar: Spezialisierte Software plus moderne Sensorik machen Sicherheitsmanagement effizienter und rechtssicherer.
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