Zollfreigrenze, Pakete

EU schafft Zollfreigrenze für Pakete aus China ab

17.06.2026 - 18:08:15 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 entfällt die 150-Euro-Freigrenze für Kleinsendungen aus Drittstaaten. Eine Übergangspauschale von 3 Euro pro Warenkategorie wird eingeführt.

EU-Kleinsendungen: Neue Zollregeln ab Juli 2026
Zollfreigrenze - Nahaufnahme von gestapelten kleinen Kartons mit internationalen Versandetiketten, ein Stempel wird auf einen der Kartons gedrückt. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 1. Juli 2026 fallen für Kleinsendungen aus Drittstaaten neue Zölle an. Die bisherige Freigrenze von 150 Euro entfällt komplett. Stattdessen erhebt die EU einen pauschalen Zollsatz von 3 Euro pro Warenkategorie. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2026/382 vom Februar dieses Jahres.

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Übergangsregelung bis 2028

Die 3-Euro-Pauschale gilt nur als Übergangslösung. Ab dem 1. Juli 2028 soll die Zollfreigrenze endgültig wegfallen. Dann kommen reguläre Zolltarife zum Einsatz.

Besonders hart trifft die Neuregelung Lieferungen aus Asien. 2024 kamen rund 91 Prozent der 4,6 Milliarden Kleinsendungen in die EU aus China. Für 2025 schätzen Experten bereits 5,8 Milliarden Sendungen.

Zusätzliche Gebühr ab November

Ab dem 1. November 2026 kommt eine EU-weite Bearbeitungsgebühr von rund 2 Euro pro Paket hinzu. Die Niederlande verzichten auf eine eigene nationale Abgabe und warten die europäische Regelung ab.

In Österreich wird es noch teurer. Dort plant die Regierung ab Oktober 2026 eine Paketsteuer von 2 Euro pro Sendung. Betroffen sind Händler mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz.

Summiert ergeben sich bis zu 7 Euro Extra-Kosten pro Paket. Eine Handyhülle für 4 Euro würde so auf rund 11 Euro steigen – fast eine Verdreifachung.

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Logistikbranche schlägt Alarm

Post-Chef Walter Oblin hält die Paketsteuer für keine gute Idee. Er erwartet für das zweite Halbjahr 2026 einen spürbaren Dämpfer im Paketgeschäft – im hohen einstelligen Prozentbereich. Die Steuer könne auch heimische Unternehmen treffen, warnt Oblin. Dabei sei E-Commerce die Zukunft des Handels.

Der österreichische Handelsverband kündigt rechtliche Schritte an. Laut eigenen Erhebungen lehnen rund 70 Prozent der Bevölkerung die Paketsteuer ab. Auch der Rechnungshof hinterfragt die geplante Gegenfinanzierung.

Befürworter argumentieren mit faireren Wettbewerbsbedingungen gegenüber dem stationären Handel. Logistikexperten warnen dagegen vor einem deutlichen Rückgang der internationalen Paketmengen.

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