Steuerbescheide: Ab Januar 2027 nur noch digital im Elster-Portal
17.06.2026 - 18:08:15 | boerse-global.de
Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung der Verwaltung mit mehreren Gesetzespaketen voran.
Das Bürokratieentlastungsgesetz IV und das anstehende Jahressteuergesetz 2026 bilden den rechtlichen Rahmen. Wer seine Steuererklärung digital einreicht, erhält den Bescheid künftig nur noch elektronisch. Vier Tage nach Bereitstellung gilt er als zugestellt.
Die zunehmende Digitalisierung der Finanzverwaltung überfordert viele Steuerzahler – dabei bietet das offizielle Portal hilfreiche Funktionen für eine schnellere Abwicklung. Dieses kostenlose E-Book erklärt Schritt für Schritt, wie Sie das Finanzportal richtig nutzen und durch effiziente Abläufe Zeit sowie Kosten sparen. So erledigen Sie Ihre Steuererklärung mit MeinElster schneller als je zuvor
Wer weiterhin Papier möchte, kann der digitalen Zustellung auf der Elster-Plattform widersprechen.
Erste Erleichterungen für Unternehmen
Bereits im November 2025 treten Vereinfachungen in Kraft. Bei einem Umzug innerhalb Deutschlands reicht künftig eine Anmeldung am neuen Betriebssitz. Bisher war die Abmeldung am alten Standort nötig.
Der Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2026 vom Mai skizziert weitere Änderungen. Ab 2027 sinkt der Zeitraum für die Festlegung der ersten Tätigkeitsstätte von 48 auf 24 Monate. Steuerfreie Zuschläge nach Paragraf 3b Einkommensteuergesetz gelten dann nur noch auf den Grundlohn.
Für 2028 ist geplant: Die Korrektur von Lohnsteuerbescheinigungen wird bis Ende Februar des Folgejahres möglich sein. 2030 soll die Vorsorgepauschale auf Basis der tatsächlichen Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden.
KI soll Genehmigungen beschleunigen
Das Bundesdigitalministerium stellte Mitte Juni 2026 die KI-Software „Spark Workflow“ bereit. Das Modul ist Teil des Deutschland-Stacks und soll Genehmigungszeiten bei großen Infrastrukturprojekten halbieren.
Die Software filtert Informationen und prüft auf Vollständigkeit. Die finale Entscheidung bleibt beim Sachbearbeiter.
Parallel investieren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften massiv in KI. EY kündigte Mitte Juni 2026 Milliardeninvestitionen an. KI-Agenten sollen künftig Prüfungsschritte eigenständig übernehmen.
E-Invoicing: Unternehmen überschätzen sich
Trotz der Digitalisierungsoffensive klafft eine Lücke zwischen Selbstwahrnehmung und Realität. Eine Quadient-Studie zeigt: Drei Viertel der befragten Mitarbeiter halten ihre Rechnungsprozesse für digitalisiert. Doch nur sechs Prozent erfüllen die Anforderungen für E-Invoicing.
Ab Januar 2027 wird die elektronische Rechnungsstellung für Unternehmen mit über 800.000 Euro Umsatz Pflicht.
Viele Unternehmen unterschätzen die steuerlichen Fallstricke und technischen Anforderungen beim Umstieg auf die gesetzliche E-Rechnungspflicht. Ein kostenloser Experten-Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, welche Formate und Archivierungsregeln für eine rechtssichere Umsetzung wirklich zählen. E-Rechnung richtig einführen: So machen Sie Ihr Unternehmen ab sofort unangreifbar
Rentenversicherung hinkt hinterher
Während Dänemark und Österreich auf „Digital Only“ setzen, versendet die Deutsche Rentenversicherung jährlich rund 30 Millionen Renteninformationen per Post. Die Portokosten beliefen sich 2025 auf etwa 18 Millionen Euro.
Nur ein kleiner Bruchteil der Versicherten nutzt das digitale Kundenportal.
Phishing-Welle im Namen von Elster
Verbraucherschützer warnen vor neuen Betrugsversuchen. Anfang Juni 2026 häuften sich Meldungen über Phishing-Mails, die eine angebliche Steuergutschrift für 2026 versprechen.
Die Empfänger sollen persönliche Daten auf gefälschten Webseiten eingeben. Die Finanzverwaltung stellt klar: Elster versendet niemals Links per E-Mail und fordert nicht zur Eingabe sensibler Daten auf externen Portalen auf.
Bei Datenverlust sollten Betroffene sofort ihre Konten sperren und Strafanzeige erstatten.
