Massenabbau: Hellweg und BayWa mit über 4.300 betroffenen Mitarbeitern
17.06.2026 - 18:16:31 | boerse-global.de
Große Baumarktketten melden Insolvenz an, Technologiekonzerne und Logistiker bauen Stellen ab.
Hellweg und BayWa melden Insolvenz in Eigenverwaltung
Die Baumarktkette Hellweg hat am Dienstag beim Amtsgericht Essen Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Gericht stimmte dem Antrag zu. Der Geschäftsbetrieb der 68 Standorte und der Online-Handel laufen vorerst weiter.
Rund 2.900 Mitarbeiter sind betroffen. Ihre Gehälter sind für drei Monate durch Insolvenzgeld gesichert. Als vorläufiger Sachwalter wurde der Sanierungsexperte Stefan Denkhaus bestellt.
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Parallel dazu leiteten auch die BayWa Bau- und Gartenmärkte ein entsprechendes Verfahren ein. Insgesamt sind bei beiden Unternehmen über 4.300 Beschäftigte an mehr als 100 Standorten betroffen. Die Kanzlei Görg begleitet die Sanierung.
Die Gründe für die Schieflage: eine ausgeprägte Kaufzurückhaltung nach dem Ende des Pandemie-Booms, gestiegene Einkaufspreise sowie höhere Miet- und Energiekosten. Der Hellweg-Umsatz fiel von 850 Millionen Euro (2022) auf 672 Millionen Euro (2023).
Gewerkschaft kritisiert Stellenabbau bei DHL und Zeiss
Am DHL Hub Leipzig steht die Konzernleitung in der Kritik der Gewerkschaft DPVKOM. Diese wirft dem Unternehmen einen verdeckten Stellenabbau vor.
DHL bestätigte am Dienstag: Die Zahl der Beschäftigten sank von über 7.000 (Anfang 2024) auf über 6.000 (Anfang 2026). Das Unternehmen spricht von natürlicher Fluktuation und will freiwerdende Stellen nicht nachbesetzen. Die Gewerkschaft schätzt den Arbeitsplatzabbau auf rund 1.000 Stellen.
Auch der Optikkonzern Zeiss gerät unter Druck. Die IG Metall kritisierte am Montag ein geplantes Sparprogramm – obwohl die EU staatliche Beihilfen von 222 Millionen Euro genehmigt hat. Der Konzern will mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr einsparen.
An den Standorten Aalen und Göttingen konnten laut Gewerkschaft die schwersten Einschnitte verhindert werden. Die genaue Zahl der betroffenen Stellen bleibt unklar.
KI-Strategie: Lastminute baut jedes vierte Job weg
Der Online-Reiseanbieter Lastminute kündigte heute an, im Zuge einer neuen KI-Strategie rund 400 Stellen abzubauen. Das entspricht einem Viertel der gesamten Belegschaft von 1.600 Mitarbeitern.
Ziel der bis Ende 2026 laufenden Umstrukturierung: jährliche Einsparungen von 16 Millionen Euro ab 2027. In welchen Ländern der Abbau primär erfolgt, ist noch nicht bekannt.
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Siempelkamp streicht in Krefeld jede dritte Stelle
Auch in der Industrie gibt es Einschnitte. Die Siempelkamp-Gruppe gab am Dienstag bekannt, am Standort Krefeld 127 von 371 Stellen zu streichen.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer verschlechterten Marktsituation, geopolitischen Spannungen und der US-Zollpolitik. Zudem belasten die schwache Baukonjunktur und der Wegfall des russischen Marktes das Geschäft.
Thüringer Bäckerei Lampe meldet Insolvenz
Im Lebensmittelhandwerk traf es die Thüringer Bäckerei Lampe. Das Unternehmen meldete am Dienstag Insolvenz an. Betroffen sind 44 Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie rund 280 Mitarbeiter.
Die Gründe: gestiegene Rohstoff-, Energie- und Personalkosten bei gleichzeitiger Konsumzurückhaltung der Kunden.
Lichtblick aus China: Kurtz Ersa erholt sich
Positive Meldungen kommen hingegen aus dem Maschinenbau. Thomas Mühleck, CEO von Kurtz Ersa, berichtete am Dienstag von einem erfolgreichen Comeback auf dem chinesischen Markt.
Innerhalb eines Jahres gewann das Unternehmen zuvor verlorene Marktanteile zurück. Der Auftragseingang stieg nach einer Phase der Kurzarbeit um 75 Prozent. Ein Zeichen der Erholung in diesem Exportsegment.
